Kleiner Waffenschein beliebt : Immer mehr freie Waffen in MV im Umlauf

Eine Kaliber 9 mm Pistole, Patronen und ein Magazin
Eine Kaliber 9 mm Pistole, Patronen und ein Magazin

Polizeigewerkschaft sieht Entwicklung mit Sorge

svz.de von
26. November 2015, 06:30 Uhr

Immer mehr Menschen in Mecklenburg-Vorpommern besorgen sich einen so genannten Kleinen Waffenschein. In diesem Jahr wurden bisher 272 Dokumente vergeben. Das sind 85 mehr als im Jahr 2014. Mindestens 30 Anträge werden derzeit außerdem noch geprüft. Das geht aus einer Umfrage unserer Zeitung in den Landkreisen hervor.

Der aktuelle Gesamtbestand an Kleinen Waffenscheinen in MV beläuft sich auf 3616 Stück, teilt das Innenministerium mit. Das Dokument berechtigt den Inhaber unter anderem zum Führen von Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen mit PTB-Zulassungszeichen in der Öffentlichkeit. Der Erwerb dieser Waffen ist frei. Doch auch mit Kleinem Waffenschein ist das Schießen nur im Notfall erlaubt.

„Der Zusammenhang zwischen dem Terror und dem Sicherheitsbedürfnis der Bevölkerung ist definitiv spürbar. Alles was frei erhältlich ist, wird stark nachgefragt,“ sagt Ingo Meinhard, Chef des Verbandes Deutscher Büchsenmacher und Waffenhändler (VDB). Vor allem Schreckschusspistolen, Pfeffersprays oder CS-Gas-Sprays würden derzeit häufig über den Landentisch gehen.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) sieht diese Entwicklung mit Sorge. „Wir finden es kritisch, sollten sich Menschen aus einer Furcht heraus bewaffnen“, sagt der GdP-Landeschef Christian Schumacher. „Es ist die Aufgabe des Staates, die Sicherheit der Bürger sicherzustellen und dazu gibt es die Polizei.“

Die Zunahme an freien Waffenscheinen ist ein bundesweiter Trend. In Sachsen beispielsweise wurden bis Ende Oktober mit 595 mehr als doppelt so viele solcher Berechtigungen als im gesamten Vorjahr ausgestellt.

Der Kleine Waffenschein gilt unbefristet. Er berechtigt nicht dazu, Waffen auf öffentlichen Veranstaltungen zu tragen.

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