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Mecklenburg-Vorpommern

17. Dezember 2017 | 03:23 Uhr

Jagd MV : Immer mehr Frauen auf der Pirsch

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Jagen auch beim weiblichen Geschlecht beliebt. Jagdschulen im Land verzeichnen Zulauf. Viele junge Leute aktiv in der Natur

svz.de von
erstellt am 05.Feb.2016 | 21:00 Uhr

Die Jagd in Mecklenburg-Vorpommern wird immer weiblicher. Der Jagdverband MV (LJV) zählte im letzten Jahr 931 Frauen, die den Jagdschein besaßen.

Annähernd jeder zehnte Jäger im Land ist weiblichen Geschlechts. Der LJV erreicht damit einen der höchsten Werte seit der Wiedervereinigung. „Das Jagen ist keine Männerdomäne mehr“, sagte LJV-Pressesprecher Ulf-Peter Schwarz gegenüber unserer Zeitung. Die Emanzipation sei auch in der Jagd angekommen.

Noch vor zehn Jahren seien unter 30 Teilnehmern der Jagdscheinkurse ein oder zwei Frauen gewesen, erinnert sich Gösta Rehse, Inhaber der Jagdschule in Gischow bei Lübz. Heute säßen in den Kursen zu den Jägerprüfungen bis zu 30 Prozent Frauen unterschiedlichen Alters. Der wachsende Frauenanteil werde in der Szene gerne gesehen. „Eine Frau jagt tendenziell weniger“, sagt Rehse. Ebenso setzten Jägerinnen die Waffe nur überlegt ein. „Das ist eine Bereicherung für die Jagd.“ Viele Frauen kämen über den Hund zur Jagd. Sie legen sich einen Hund zu – und der will beschäftigt werden. Wie die Besitzerin müssen die Tiere eine Ausbildung durchlaufen, um mit auf die Jagd gehen zu können.

Trotz des höheren Frauenanteils: Das Aufleben der Jagd zieht sich unabhängig vom Geschlecht durch die Gesellschaft. Laut Deutschem Jagdverband (DJV) gibt es immer mehr junge Leute, die sich aktiv in der Natur engagieren. Die Gründe seien vielfältig: der Wunsch nach gesunder und bewusster Ernährung mit Produkten aus der Region, die Nähe zur Natur und aktives Mitgestalten der Lebensräume. Die Jagd bringe den Menschen all das näher, erklärt Rehse. „Die Ethik ist wichtig. Wenn richtig gejagt wird, ist das gut für die Natur.“ Tiere müssten geschossen werden: für den Artenschutz, wegen der Wildschäden und der biologischen Vielfalt.

In den letzten 25 Jahren ist die Zahl der Jagdscheininhaber bundesweit um 25 Prozent gestiegen – auf 375 000. 2015 besaßen in Mecklenburg-Vorpommern 11 642 Personen einen Jagdschein. Hierzulande kommt ein Jäger auf 137 Einwohner. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 216 Einwohner pro Jäger. Nach Angaben des DJV ist MV deutschlandweit auf Rang drei dieser Statistik – nur Niedersachsen und Schleswig-Holstein hätten noch mehr Jäger.

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