Feuerwehren : Immer mehr Fehlalarme

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Brandschützer rücken aus - doch es brennt gar nicht

svz.de von
25. August 2016, 05:00 Uhr

Bei den Feuerwehren in Mecklenburg-Vorpommern ist die Zahl der Fehlalarme gestiegen. Für das vergangene Jahr listete das Innenministerium in Schwerin 4211 Fehlalarmierungen auf - im Jahr 2014 waren es noch 4058 Fälle. Ein Großteil der falschen Alarmierungen wird nach wie vor durch defekte oder versehentlich aktivierte Brandmeldeanlagen in Unternehmen, Krankenhäusern und Einkaufszentren verursacht.

Etwa jeder dritte Fehlalarm wird laut Statistik des Innenministeriums durch die vollautomatischen Warnsysteme ausgelöst. „Das sind hochkomplexe und sehr sensibel reagierende Anlagen“, erklärt Brandrat Stephan Jakobi, Chef der Schweriner Berufsfeuerwehr und Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft der Leiter der Berufsfeuerwehren. Neben rein technischen Defekten würden auch Staub oder Wasserdampf dazu führen, dass die Brandmeldeanlagen auslösten. Laut Jakobis Einschätzung geht die Fehlerquote aber zurück. „Die Technologie hat sich verbessert“, so der Brandrat.

In der Landeshauptstadt müssen die Wehren jährlich etwa 60 Mal zu Einsätzen ausrücken, weil ein Warnsystem irrtümlich ein Feuer meldet. „Wir gehen immer von einem Brand aus und fahren hin“, erklärt Jakobi. Entpuppt sich der Einsatz dann als Fehlalarm „sind wir darüber darüber nicht glücklich, nehmen das aber in Kauf.“

Die Brandschützer in Neubrandenburg registrierten im vergangenen Jahr 113 Fehlalarme (330 Fehlalarme insgesamt) durch automatische Brandmeldeanlagen. „Sie haben trotzdem ihre absolute Daseinsberechtigung, weil sie im Ernstfall ein sofortiges Eingreifen ermöglichen“, erklärt der Leiter der Berufsfeuerwehr Frank Bühring. Die Vorteile der Warnsysteme würden überwiegen. Akuten Handlungsbedarf sieht Bühring derzeit nicht. Bei Anlagen, die häufiger ohne Grund auslösten, müsse man sich mit den Betreibern zusammensetzen. Im Falle eines Fehleinsatzes drohe eine Rechnung im dreistelligen Bereich.

Am häufigsten wurden die Feuerwehrleute in Rostock durch defekte Brandmeldeanlagen alarmiert: Die Kameraden in der Hansestadt rückten im vergangenen Jahr zu 314 Fehleinsätzen aus. „Bezogen auf die hohe Anzahl installierter Anlagen im Rostocker Stadtgebiet ist das eine normale Fehlerquote“, sagt Ralf Gesk vom Brandschutz- und Rettungsamt der Stadt.

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