Immer mehr Borreliose-Fälle in MV

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04. Juli 2012, 06:43 Uhr

Rostock | Die von Zecken übertragene Borreliose wird immer häufiger in Mecklenburg-Vorpommern diagnostiziert. Im vorigen Jahr wurden den Behörden 1725 Fälle der meldepflichtigen Krankheit gemeldet - fast doppelt so viele wie Salmonellen-Erkrankungen. Das geht aus dem Jahresbericht für 2011 des Landesamts für Gesundheit und Soziales (Lagus) hervor, den Gesundheitsministerin Manuela Schwesig (SPD) am gestrigen Mittwoch in Rostock vorstellte. Vor zehn Jahren, 2002, waren lediglich 130 Borreliose-Erkrankungen gemeldet worden. Seither steigen die Zahlen jährlich. Der Direktor des Landesamtes, Heiko Will, trat jedoch dem Eindruck entgegen, die Krankheit breite sich in Mecklenburg-Vorpommern immer weiter aus. Dafür gebe es keine Anzeichen, sagte er. Vielmehr seien Ärzte und Bevölkerung sensibler geworden. "Früher war die Dunkelziffer höher", sagte Will.

Borreliose wird durch Bakterien ausgelöst, die bei einem Zeckenstich übertragen werden. Die Symptome sind vielfältig. Sie reichen von Fieber bis zu starken Gelenkschmerzen. Die Krankheit wird mit Antibiotika behandelt.

Ministerin Schwesig kündigte an, dass ab sofort alle Zwölfjährigen im Land eine Erinnerung für die J1-Vorsorgeuntersuchung bekommen werden. Ein Pilotversuch 2011 in Greifswald, Schwerin, Rostock sowie den Landkreisen Parchim, Bad Doberan und Güstrow und habe ein sehr gutes Ergebnis gezeigt: Die Teilnahme sei von rund 40 auf über 50 Prozent des Jahrgangs gestiegen.

Für kleinere Kinder verschicken die Behörden in Mecklenburg-Vorpommern schon seit einigen Jahren Erinnerungsschreiben, wenn die Eltern einen Vorsorgetermin versäumen. Im vorigen Jahr wurden 24 000 solche Erinnerungsschreiben verschickt. In vielen Fällen holen die Eltern daraufhin den Termin nach.

Wie es im Bericht zudem heißt, sind über die Kinderschutzhotline in Mecklenburg-Vorpommern im vergangenen Jahr 309 Mal mögliche Kindeswohlgefährdungen gemeldet worden. Diese betrafen insgesamt 533 Kinder und Jugendliche. In etwa einem Drittel der Fälle (99 Fälle) wurde der geschilderte Sachverhalt als akut eingeschätzt. Die meisten Anrufe unter der Hotline 0800/1414007 kamen aus dem persönlichen Umfeld der Betroffenen.

Aus dem Bericht geht weiter hervor, dass 14 246 Anträge auf Elterngeld bewilligt wurden. Das entsprach rund 94 Prozent der gestellten Anträge. Fast jeder fünfte Antragsteller war ein Vater, hieß es.

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