Programm Festspiele 2018 : Immer für eine Überraschung gut

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Festspiele MV präsentieren mit ihrem Programm für 2018 einen Mix aus Bewährtem und Neuerungen

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29. November 2017, 20:45 Uhr

Es sei ein Zufall gewesen, der ihn zu seinem Instrument, der Posaune, geführt hat , erzählte Michael Buchanan gestern bei der Vorstellung des Programms der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern für den Sommer 2018. Ursprünglich habe es ihn zum Militär gezogen, so der Brite – und da gebe es Paraden, bei denen die Musiker vorwegmarschierten. Da er selbst gern in der ersten Reihe stehen wollte, habe er sich das Instrument ausgesucht, das wegen seiner Raumforderung immer dort platziert wurde – und so wurde er Posaunist. Und zwar ein so guter, dass der 24-Jährige –sicher auch wegen seiner jungenhaften Ausstrahlung und Offenheit – den Publikumspreis 2017 der Festspiele MV gewann.

Das sei, so Festspiele-Intendant Markus Fein, ein erster Schritt dazu, später einmal als Preisträger in Residence dem Klassikfestival für eine Saison den Stempel aufdrücken zu können. Auch der Preisträger in Residence 2018, der US-amerikanische Pianist Kit Armstrong, war 2014 schon Solistenpreisträger der Festspiele. Nach der fulminanten Residence des Schlagzeugers Alexej Gerassimez würde damit wieder ein klassisches Instrument eine Saison prägen, so Intendant Fein. Der 26-Jährige sei aber viel mehr als „nur“ ein Weltklasse-Pianist. Festspiel-Besucher können ihn insgesamt 24 Mal erleben – auch als Komponisten der Festspielouvertüre und als Dirigenten des Händel-Oratoriums „Theodora“ in Sternberg . Auch auf der Orgel und historischen Tasteninstrumenten wird er spielen. In „Kits Raritätenkabinett“ in Landsdorf wird der studierte Mathematiker und Physiker sich am 16. und 17. August unter anderem als Origami-Künstler präsentieren. Und in der Kirche Fürstenhagen in der Feldberger Seenlandschaft wird der Hobby-Koch am 5. September zusammen mit Sternekoch Daniel Schmidthalter zu einer musikalisch-kulinarischen Weltreise mit einem eigens für die Festspiele kreierten Menü einladen.

Kartentelefon 0385 5918585 ab Donnerstag 10 Uhr, Tickets auch unter www.festspiele-mv.de und in allen Vorverkaufsstellen

„Wir wollen sowohl Kenner überraschen als auch Konzertmuffel neu für uns begeistern“, gab Festspiel-Intendant Markus Fein gestern als Ziele für die kommende Sommersaison vor. „Schwungvoll, überraschend und für jedermann zugänglich “ wolle das Klassikfestival auch weiterhin bleiben. Dazu würden eine Reihe alter Bekannter erwartet: Solisten wie Daniel Hope, Hélène Grimaud, Julia Fischer, Igor Levit und Janine Jansen, internationale Klangkörper wie die Academy of St Martin in the Fields, das NDR Elbphilharmonie Orchester oder das Zürcher Kammerorchester. Sie alle sind auch in den großen Konzertsälen der Welt unterwegs, hier im Land komme man ihnen aber besonders nahe, betonte Fein.

Und: Viele Künstler erlebt man an ungewöhnlichen, einige sogar an unerhörten Orten. So wird in der Eisengießerei Torgelow der letztjährige Preisträger in Residence, Alexej Gerassimez, zusammen mit dem signum saxophone quartet, Elbtonal Percussion und dem aus dem Rostocker „Polizeiruf“ bekannten Schauspieler Charly Hübner auftreten. Weitere Konzerte an „Unerhörten Orten“ wird es in der Freester Botswerft (25. Juli), im neuen Plenarsaal des Schweriner Schlosses (27. Juli) und der Druckerei der Ostseezeitung (25. August) geben.

Zu den spannenden Neuerungen im Programm gehört vor allem die Reihe „2 x Hören“, in der in sechs Konzerten unterschiedliche Werke gleich zweimal gespielt werden – von verschiedenen Orchestern, auf unterschiedlichen Instrumenten, nach dem Motto: Wer ein Werk zweimal hintereinander erlebt, hört es intensiver.

Doch auch Bekanntes steht im Programm. So wird es im nächsten Jahr wieder einen „Jahrmarkt der Sensationen“ geben. Die Reihe „360°“ stellt diesmal das Violoncello in den Mittelpunkt. Und ein besonderer Programmschwerpunkt ist dem 800. Stadtjubiläum Rostocks gewidmet.

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