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Bienenjahr 2012: Zu feucht und zu kalt : Imker ernten weniger Honig

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Weniger Honig und trotzdem mehr Arbeit: Dieses Jahr wollen die Imker in MV am liebsten vergessen. Nach der Kälte machte der feuchte Sommer den Honigbienen zu schaffen, jedoch nicht in allen Landesteilen gleich stark.

svz.de von
erstellt am 19.Okt.2012 | 10:52 Uhr

Pasewalk | Weniger Honig und trotzdem mehr Arbeit: Dieses Jahr wollen die Imker in Mecklenburg-Vorpommern am liebsten vergessen. "Wir fingen schon mit Verlusten von 30 Prozent an, weil es so spät warm wurde", erklärt der Vorsitzende des Landesverbandes der Imker Mecklenburg-Vorpommern, Torsten Ellmann. Ab 15 Grad Celsius machen sich Honigbienen nämlich erst an die Arbeit. Die Hobbyimker haben ihre Völker mit viel Arbeit wieder aufgepäppelt. Nach der Kälte machte der feuchte Sommer den fliegenden Sammlern zu schaffen, jedoch nicht in allen Landesteilen gleich stark.

"Die Imker an der Küste und im westlichen Mecklenburg haben deutlich weniger geerntet", erklärt Ellmann. Bis zu 60 Prozent weniger Honig als im Vorjahr sei dort abgefüllt worden, im Osten und Süden belaufe sich der Rückgang auf 30 Prozent.

Vor großen Epidemien blieben die Bienen in dieser Saison verschont. Vorsicht lassen die "leidenschaftlichen Hobbyimker" dennoch walten. Der Verband, dem derzeit 1439 Mitglieder mit insgesamt 15 500 Völkern angehören, verweist auf ein laufendes Monitoring.

Großflächig wird dabei der Befall mit bösartiger oder auch amerikanischer Faulbrut (AFB) kontrolliert und registriert. AFB ist eine gefährliche Erkrankung des Bienenvolkes, deren Behandlung der Tierseuchen-Gesetzgebung unterliegt.

"Ihr Erreger ist ein Bakterium, das sich in der Bienenlarve vermehrt, sie dabei abtötet und schließlich in die umweltbeständige Dauerform, die als Spore bezeichnet wird, übergeht", wie das Länderinstitut für Bienenkunde in Hohen Neuendorf (Brandenburg) erklärt. "Es gibt unterschiedliche Stärken des Befalls", erklärt der Torsten Ellmann.

Damit die Krankheit wirkungsvoll bekämpft werden könne, werden alle Bienenvölker kontrolliert, auch wenn die Imker nicht im Verband organisiert sind. "Ich will deshalb noch einmal wirklich nachdrücklich daran erinnern, dass jeder seine Bienenvölker laut Paragraph 26 der Bienenseuchenverordnung beim zuständigen Kreis anmelden muss", so Ellmann. Der Verband wisse, dass mancher dabei schummelt, rät aber davon ab. Wer bei Falschangaben oder mit nicht angemeldeten Bienenvölkern erwischt wird, kann mit Geldstrafen im fünfstelligen Bereich belangt werden.

Die Imker in Mecklenburg-Vorpommern sind durchschnittlich über 70 Jahre alt und neunzig Prozent von ihnen sind Männer. Sie haben durchschnittlich 10,45 Völker, wie Ellmann vorrechnet. An zeitlichem Pflegeaufwand könne man pro Volk und Woche eine halbe Stunde ansetzen.

"Viele unserer Mitglieder verbringen aber weit mehr Zeit mit ihren Bienen. Das unterscheidet auch die älteren von den jüngeren Imkern", wie der 46-ährige Pasewalker erklärt. So würden Ältere oft mit Hinterladerbeuten arbeiten und Jüngere eher zur Magazinvariante greifen. "Eine absolute Geschmacksfrage. Für die Bienen macht das überhaupt keinen Unterschied", meint Ellmann lachend.

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