Essen zum Mitnehmen : Imbiss: Das schnelle Geschäft

Imbisse wie auf dem Parkplatz eines Baumarktes in Görries benötigen mindestens eine Gewerbeanmeldung für 26 Euro und die Zustimmung des Grundstückeigentümers, um verkaufen zu dürfen. Foto: Reinhard Klawitter
Imbisse wie auf dem Parkplatz eines Baumarktes in Görries benötigen mindestens eine Gewerbeanmeldung für 26 Euro und die Zustimmung des Grundstückeigentümers, um verkaufen zu dürfen. Foto: Reinhard Klawitter

Pommes rot-weiß, Bratwurst, Pizza und Cola sind das Grundangebot an fast jedem gut bestückten Imbissstand. Dafür brauche man nur eine Gewerbeanmeldung, sagt Angela Preuß von IHK zu Schwerin. Bis dahin ist es einfach.

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06. Juli 2012, 09:00 Uhr

Schwerin | Pommes rot-weiß, Bratwurst, Pizza und Cola sind das Grundangebot an fast jedem gut bestückten Imbissstand. Dafür brauche man nur eine Gewerbeanmeldung, sagt Angela Preuß von der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Schwerin. Kostenpunkt: 26 Euro. Bis dahin ist es einfach.

"Das heißt aber nicht, dass in jeder Garage ein Imbiss entstehen kann", sagt Stadtsprecherin Michaela Christen. Wer ins Geschäft des schnellen Essens auf die Hand einsteigen will, muss entscheiden, ob er einen fahrenden Wagen oder einen festen Stand betreiben will. "In einer Garage ohne Lüftung oder fließendem Wasser ist das zum Beispiel nicht möglich", erklärt Michaela Christen weiter. Im allgemeinen Sprachgebrauch werde als Imbiss häufig auch ein Verkaufsstand oder kleiner Laden, eine "Bude", bezeichnet, an dem einfache, schnell zubereitete Speisen verkauft würden, die sofort verzehrt werden können. Eine andere, meist größere Form der Imbissbude sei das Schnellrestaurant.

Auch der Standort spielt eine Rolle. "Bevor ein fester Imbissstand in Betrieb genommen werden kann, ist die Zustimmung des Grundstückseigentümers einzuholen oder auf kommunalem Boden eine Sondernutzungserlaubnis bei den zuständigen Ämtern für Verkehrsangelegenheiten zu beantragen", sagt Angela Preuß. Wer Essen auf Rädern anbieten will, brauche "grundsätzlich eine Reisegewerbekarte". Das Papier schlage mit bis zu 293 Euro zu Buche und das bekomme nur, wer im Besitz einer Gaststättenerlaubnis sei. Dagegen werde eine besondere berufliche Qualifikation nicht vorausgesetzt.

"Ein Gesundheitspass ist grundsätzlich notwendig", so Michaela Christen. Die einstündige Schulung muss alle zwei Jahre wiederholt werden und wird regelmäßig vom städtischen Gesundheitsamt angeboten. Den Pass muss jeder vorlegen, der beruflich mit Lebensmitteln in Berührung kommt, "auch eine Kita-Erzieherin am Essensstand", so die Stadtsprecherin. Der Inhaber des Zertifikates wurde über Krankheiten nach dem Infektionsschutzgesetz aufgeklärt. Der Gesundheitspass befugt allerdings noch lange nicht dazu, alkoholische Getränke an die Frau oder den Mann zu bringen. Dafür wiederum ist eine Ausschank- bzw. Gaststättenerlaubnis notwendig.

Bis ein Imbiss-Interessent die in den Händen hält, "sind einige Voraussetzungen zu erfüllen", erzählt Angela Preuß. Man brauche ein polizeiliches Führungszeugnis oder eine steuerliche Unbedenklichkeitsbescheinigung des Finanzamts und einen Miet- oder Kaufvertrag. "Zu guter Letzt muss die fachliche und sachliche Eignung durch Erfahrungen im gastronomischen Bereich oder durch eine entsprechende Bescheinigung von der IHK nachgewiesen werden", so Preuß.


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