Landwirtschaft MV : Imagetour auf dem Acker

Wollen Flagge zeigen: Bauernpräsident Detlef Kurreck (M) und die Vorstandsmitglieder (l-r) Manfred Leberecht, Gerd Göldenitz, Heike Müller und Martin Piehl gaben gestern den Startschuss für die neue Imagekampagne.
Wollen Flagge zeigen: Bauernpräsident Detlef Kurreck (M) und die Vorstandsmitglieder (l-r) Manfred Leberecht, Gerd Göldenitz, Heike Müller und Martin Piehl gaben gestern den Startschuss für die neue Imagekampagne.

Bauern werben mit landesweiter Kampagne um Berufsnachwuchs und bei Verbrauchern für moderne Landwirtschaft

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30. November 2017, 12:00 Uhr

Werbeplakate an der Stalltür: Die Bauern Mecklenburg-Vorpommerns haben gestern ihre bisher größte landesweite Imagekampagne gestartet. Mit Slogan wie „Die Landwirte in Mecklenburg-Vorpommern ernten für Dich“ oder „Die Landwirte in Mecklenburg-Vorpommern ackern mit Leidenschaft“ wolle der Berufsstand bei Verbrauchern für den Beitrag der Bauern bei der Produktion von gesunden und qualitativ hochwertigen Lebensmitteln werben, erklärte Bauernpräsident Detlef Kurreck gestern beim Start der Kampagne in Linstow im Landkreis Rostock. Das sei der Auftakt dafür, mit Verbrauchern ins Gespräch zu kommen. „Wir wollen Antworten geben und aufklären“, sagte Kurreck. Dazu werde unter anderem ein neues Info-Mobil durchs Land geschickt, an Maschinen und Anlagen mit Plakaten und Aufklebern geworben. Auch in den sozialen Netzwerken wollten sich die Bauern stärker präsentieren – um gerade bei jungen Leuten ein stärkeres Interesse an einer Ausbildung in der Landwirtschaft zu wecken. Zwar war die Zahl der Auszubildenden in diesem Jahr auf den höchsten Stand seit Jahren gestiegen. Erstmals hatten wieder mehr als 200 junge Leute eine Lehre in der Landwirtschaft begonnen. Nach wie vor blieben aber viele Lehrstellen unbesetzt.

Der Bauernverband hatte in der Vergangenheit immer wieder versucht, mit Imagekampagnen bei Verbrauchern zu punkten – mit wenig Erfolg. Mit der neuen im Verband selbst entwickelten und über mehrere Jahre angelegten Werbetour hofft der Verband auf mehr Zustimmung. Kurreck: „Wir sind zum Gespräch bereit.“

Nach zahlreichen Lebensmittel-, Futtermittelskandalen und Berichten über Monokulturen, Massentierhaltung sowie dem zunehmend kritisierten Einsatz von Ackerchemie hatte das Image der Landwirtschaft in den vergangenen Jahren stark gelitten. Der Landesbauernverband hatte daraufhin vor zwei Jahren nach einer umstrittenen Beitragserhöhung für seine Mitglieder den Werbeetat aufgestockt, die Öffentlichkeitsarbeit verstärkt und einen mittleren fünfstelligen Betrag in die neue Kampagne gesteckt. Man müsse sich zur Wehr setzen gegen Anfeindungen, hatte Ex-Verbandspräsident Rainer Tietböhl seinerzeit die Beitragserhöhung begründet: „Wir dürfen uns von denen, die keine Ahnung haben, nicht mehr vorschreiben lassen, wie wir zu arbeiten haben, wie unsere Ställe aussehen müssen. Wir sind nicht die Dödel der Nation“, hatte er damals erklärt. Landwirte sehen sich häufig zu unrecht an den Pranger gestellt. Verbraucher und Umweltschützer fühlen sich nicht ernst genommen, wenn beispielsweise trotz wachsender Ängste das unter Krebsverdacht stehende Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat weiter eingesetzt wird. Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) hatte erst beim Bürgerdialog vergangene Woche die Landwirte zu einer „neuen Art des Dialoges“ aufgefordert. Es müsse eine „neue gesamtgesellschaftliche Debatte um die Wertigkeit von Lebensmitteln“ geführt werden.

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