Falsches Bild bei Jugendlichen : Image-Kampagne für Köche und Co.

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Das Schweriner Wirtschaftsministerium soll das Berufs-Image von Köchen, Zimmermädchen, Rezeptionsdamen und Serviererinnen aufbessern, damit den Hotels und Gaststätten in MV der Nachwuchs nicht ausgeht.

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28. Januar 2013, 09:39 Uhr

Schwerin | Das Schweriner Wirtschaftsministerium soll das Berufs-Image von Köchen, Zimmermädchen, Rezeptionsdamen und Serviererinnen aufbessern, damit den Hotels und Gaststätten in Mecklenburg-Vorpommern der Nachwuchs nicht ausgeht. Das sieht ein Antrag der SPD/CDU-Koalition vor, den sie in dieser Woche im Landtag verabschieden wollen.

Hintergrund sei der Fachkräftemangel, von dem die Tourismusbranche "extrem betroffen" sei, sagte der CDU-Landtagsabgeordnete Wolfgang Waldmüller gegenüber dieser Zeitung. Die Gehälter und die Arbeitsbedingungen seien nicht so attraktiv, "dass jeder auf Anhieb in diese Berufe will". Allerdings seien Hotellerie und Gastronomie so wichtig für die Wirtschaft des ganzen Landes, dass die Landesregierung helfen müsse. Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) solle "koordinierend begleiten", was die Berufs- und Branchenverbände an Vorschlägen zur Image-Verbesserung vorlegen. Immerhin sei mit einer kräftigen Lohnanhebung von bis zu 17 Prozent im vergangenen Herbst ein erster wichtiger Schritt gemacht worden.

Obwohl viele Jugendliche Koch oder Hotelkauffrau werden wollen, standen im vergangenen Herbst in Mecklenburg-Vorpommern 70 Lehrstellenbewerbern 300 Ausbildungsplätze in der Hotel- und Gaststättenbranche gegenüber. "Wir sind eine die Wirtschaft tragende Branche", nimmt Dehoga-Hauptgeschäftsführer Matthias Dettmann für sich in Anspruch. Dennoch könnten sich die 1400 Mitgliedsunternehmen im Land keine eigene Image-Kampagne leisten. Die sei jedoch nötig, da viele Jugendliche sich ein falsches Bild von der Arbeit in Hotels und Gaststätten machten. Tägliche Dienstleistungen zu erbringen fiele manchem recht schwer, auch seien die nötige "Pünktlichkeit, Disziplin und Sauberkeit" für einige Jugendliche ein Problem, weshalb sich im Bezirk der Industrie- und Handelskammer (IHK) Schwerin allein im vergangenen Jahr 131 Lehrbetriebe von ihren Lehrlingen vorzeitig getrennt haben. Wenn eine Imagekampagne komme, dann "müssen wir uns ehrlich verkaufen", so Dettmann.

Noch größer als bei den Hotels und Gaststätten, so die Statistik der Agentur für Arbeit, war der Lehrlingsmangel zu Beginn des Lehrjahres im September 2012 übrigens bei Klempnern, Steuerberatern und Lebensmittelhändlern.

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