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Schwaan : Im Wald abgestellt: Wer ist so herzlos?

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Tierschutzverein Schwaan fordert Kastrationspflicht!

Der Zufall hat ihnen  schlimmes Schicksal erspart mit einem jämmerlichen Verhungern und Verdursten.  Am vergangenen Wochenende fand ein Außendienstmitarbeiter einer Wismarer Firma im Wald vor Vorbeck an der Straße einen verschlossenen Korb mit sechs kleinen Kätzchen ohne Mutter. Verantwortungsbewusst nahm er die Katzenbabys, die ungefähr sechs Wochen alt sind, mit und gab sie im Tierheim des Tierschutzvereins Wismar ab.

„Da die Kätzchen im Amt Schwaan gefunden wurden, verständigte sich das Tierheim des Tierschutzvereins Wismar mit uns“, erklärte Manfred Poniatowski,  Vorsitzender des Tierschutzverein Schwaan e.V.

Die Katzenkinder wurden aus Wismar geholt und ins Tierheim Schlage gebracht, wo sie nun gut betreut werden. „Jetzt suchen sie  liebevollen Familienanschluss. Wir hoffen, neue Besitzer  zu finden“, meint Poniatowski Er hofft, dass die  Kätzchen nach dieser  schrecklichen Erfahrung ein schönes Zuhause bekommen. „Es ist immer wieder unfassbar, wie verantwortungslos Menschen Tiere entsorgen und dem Tod preisgeben. Das ist eine Straftat! Warum werden nicht andere Möglichkeiten genutzt wie Verhinderung ungewollten Nachwuchses durch Kastration der Katzen oder Kontaktaufnahme zum örtlichen Tierschutzverein, um gemeinsam den Katzen zu helfen?“, fragt sich der Vereinsvorsitzende.

Der Tierschutzverein Schwaan hat in den vergangenen Jahren durch gezielte Kastrationsaktionen versucht, die Katzenpopulation in der Stadt und im Amt Schwaan auf einem „vernünftigen Niveau“ zu halten. „Trotzdem gibt es jedes Jahr im Frühjahr durch unkastrierte Freigängerkatzen aus Privathaushalten und freilebende Katzen vermehrt Katzenbabys, die so genannten Maikätzchen“, weiß Poniatowski. Pro Jahr werden bundesweit mehr als 130000 Katzen in den Tierheimen aufgenommen sowie zusätzlich frei lebende Tiere und ihr Nachwuchs an Futterstellen versorgt. Letztere stammen ursprünglich alle von in Privathaushalten lebenden unkastrierten Katzen ab. Deshalb appellieren die Tierschützer an alle Katzenbesitzer, ihre Tiere kastrieren zu lassen. „Nur eine bundesweite Kastrationspflicht für Freigängerkatzen aus Privathaushalten kann das Katzenelend verhindern“, ist Poniatowski überzeugt.

Kastrationsaktion

geplantDer  Tierschutzverein Schwaan führt deshalb auch  in diesem Jahr wieder eine Kastrationsaktion durch, bei der er durch die Stadt Schwaan und  den Deutschen Tierschutzbund mit Zuschüssen unterstützt wird. „Ohne diese Unterstützung könnte der Tierschutzverein die Kosten so einer Aktion gar nicht tragen. Und alle Spenden, die eingehen, kommen ausschließlich den Tieren zu Gute“, versichert Manfred Poniatowski.  Unterstützung wünschen  sich die Vereinsmitglieder jetzt auch von der Politik: Sie    fordern die Verankerung einer Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für Freigängerkatzen aus Privathaushalten in der Kommunalverordnung. „Denn eine Kastrationspflicht verhindert, dass sich unkastrierte Freigängerkatzen fortpflanzen. Immerhin  können Katzen im Jahr zwei- bis dreimal jeweils etwa vier bis sechs Junge bekommen“, erklärt der Vereinsvorsitzende.  Würden die Jungen sich selbst überlassen, und nicht auf Menschen sozialisiert, bleiben sie ein Leben lang scheu und können nicht mehr in ein neues Zuhause vermittelt werden, ist sich  Poniatowski sicher. Es seien zu viele Tiere, zu wenig Futter und oft würden  die Katzen  auch unter Infektionskrankheiten und  Parasitenbefall leiden.

„Daher bemüht sich  unser Tierschutzverein, die freilebenden Katzen einzufangen und kastrieren zu lassen“, betont er. Den sechs lieblos ausgesetzten Katzenkinder soll dieses Schicksal erspart bleiben, deshalb werden nun liebe neue Besitzer gesucht.

Interessierte Tierfreunde oder Spendenwillige können sich beim Tierschutzverein Schwaan melden unter Telefon: 03844-811902

 

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