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Mecklenburg-Vorpommern

17. Dezember 2017 | 20:46 Uhr

Rostocker Behörde : Im Visier der Stasi

vom
Aus der Onlineredaktion

Zahl der Anträge auf Akteneinsicht sinkt weiter. Besucherrekord in Rostock

Die Zahl der Anträge auf Akteneinsicht bei der Rostocker Stasi-Unterlagenbehörde ist 2016 weiter gesunken. Wie der Behördenchef Volker Höffer sagte, gingen 2263 Anträge ein, im Jahr zuvor waren es noch 2607 gewesen. Dieser Rückgang sei mit der demografischen Entwicklung zu erklären. Die Zahl der Menschen, die die DDR und die Stasi noch erlebt hat, werde geringer. Dennoch sei die Antragstellung noch immer auf einem Niveau, das 1992 nicht zu erwarten war, so Höffer.

Seit Bestehen der Bundesbehörde wurden bislang rund drei Millionen Anträge auf persönliche Einsicht in Akten gestellt, die die Stasi angelegt hatte, 2016 waren es rund 48 600 (2015: 52 544). In Mecklenburg-Vorpommern waren es 5832 (2015: 7000) und knapp 346 000 in den vergangenen 24 Jahren. Neben Rostock gibt es noch Außenstellen in Schwerin und Neubrandenburg.

Derzeit beschäftigt sich der Bundesbeauftragte Roland Jahn zusammen mit dem Bundesarchiv mit der künftigen Struktur der Behörde. Vor der Bundestagswahl im Herbst 2017 werden keine Konzepte mehr erwartet.

Auch wenn die Zahl der Anträge zurückgeht, müssten die Antragsteller immer noch mit längeren Wartezeiten rechnen, sagte Höffer. Gebe es bei der Suche keine Aktenfunde, dauere es mindestens ein Vierteljahr, bis die Antwort vorliege. Umfangreiche Recherchen könnten allerdings bis zu zweieinhalb Jahren dauern.

In Rostock würden aktuell mehr als 50 Forschungs- und Medien-Anträge bearbeitet, sagte Höffer. „In der Dokumentations- und Gedenkstätte wurde 2016 ein Besucherrekord verzeichnet: Es kamen rund 17 000 Menschen, 2015 waren es noch 14 400.“ Besonders wichtig sei, dass 2016 mehr als 2200 Schüler die Gedenkstätte in der Rostocker Innenstadt anschauten. Die Arbeit mit den Besuchern werde von Sommer an für ungefähr ein Jahr wegen Baumaßnahmen in der Gedenkstätte unterbrochen. Das ehemalige Stasi-Gefängnis wurde für rund 3,6 Millionen Euro saniert.

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