Geheimzeichen der Einbrecher : Im Visier der Diebesbanden

Früher häufig, heute eher seltener: Einbrecher markieren mit  Geheimzeichen Häuser. Mit diesen  Gaunerzinken zeigen sie, ob Gefahren bei einem Einbruch drohen, wie viele Personen vor Ort leben oder welche Erfolgsaussichten bei einem Einbruch bestehen. Die Polizei rät  diese Zinken zu fotografieren und zu entfernen. In Jagel bei Schleswig (Schleswig-Holstein) berichtet Bürgermeister Jörg Meier über Geheimzinken in seiner Gemeinde, die mit einer Art Wachsstift aufgetragen wurden. Die Zeichen waren erst sichtbar, wenn sie in der Dunkelheit angeleuchtet wurden.
1 von 3
Früher häufig, heute eher seltener: Einbrecher markieren mit Geheimzeichen Häuser. Mit diesen Gaunerzinken zeigen sie, ob Gefahren bei einem Einbruch drohen, wie viele Personen vor Ort leben oder welche Erfolgsaussichten bei einem Einbruch bestehen. Die Polizei rät diese Zinken zu fotografieren und zu entfernen. In Jagel bei Schleswig (Schleswig-Holstein) berichtet Bürgermeister Jörg Meier über Geheimzinken in seiner Gemeinde, die mit einer Art Wachsstift aufgetragen wurden. Die Zeichen waren erst sichtbar, wenn sie in der Dunkelheit angeleuchtet wurden.

Alle dreieinhalb Minuten ein Wohnungseinbruch in Deutschland – der höchste Stand seit 15 Jahren

von
28. November 2014, 12:00 Uhr

Die Familie M. in Guest bei Greifswald hatte am Mittwoch Glück im Unglück. Gegen 3.45 Uhr versuchten Unbekannte im Schutz der Dunkelheit in ihr Haus einzusteigen, während die Bewohner schliefen. Allerdings wurde die hauseigene Alarmanlage ausgelöst, die Täter flohen ohne Beute. „Wir vermuten, dass die Unbekannten die Autoschlüssel des vor dem Haus stehenden Mercedes ML 350 im Haus finden wollten, um diesen dann stehlen zu können“, sagte ein Polizeisprecher in Anklam.

Andere hatten weniger Glück. Der Fall in Guest gehört vermutlich zu einer Einbruchsserie im Speckgürtel um Greifswald, die die Polizei seit Tagen in Atem hält. In nur einer Woche wurden drei Einbrüche in der Region gemeldet, bei denen Autoschlüssel aus der Diele gestohlen wurden, um anschließend mit den teuren Autos vom Hof verschwinden zu können. „Wir gehen in diesen Fällen von Auftragsdiebstählen aus“, meinte der Polizeisprecher.

Die Zahl der Wohnungseinbrüche nimmt seit Jahren zu. In Mecklenburg-Vorpommern registrierte die Polizei im vergangenen Jahr 1521 Taten – 108 mehr als 2012 und 187 mehr als 2011.

Deutschlandweit wurden 149 500 Wohnungseinbrüche gemeldet. Alle dreieinhalb Minuten ein Bruch. Das ist der höchste Stand seit 15 Jahren. Aufklären konnte die Polizei mit 23 194 Taten nur 15,7 Prozent der Fälle. Der Gesamtschaden wird für 2013 mit 427,5 Millionen Euro beziffert. In der Städterangliste liegt Bonn auf dem ersten Platz mit 563,8 Einbrüchen pro 100 000 Einwohner. Es folgen Aachen und Köln. Die sicherste Großstadt Deutschlands ist Augsburg mit lediglich 53,9 Einbrüchen je 100 000 Einwohner.

Anders als beim Diebstahl hochwertiger Autos sind nach Ansicht des Landeskriminalamtes (LKA) in Schwerin nicht vorrangig Banden aus Osteuropa für die Einbrüche verantwortlich.

2013 waren 12,7 Prozent der 408 überführten Einbrecher in Mecklenburg-Vorpommern Ausländer – weit weniger als im Bundesdurchschnitt. Darunter waren 32 Tatverdächtige mit polnischem Pass und sechs aus dem Kosovo. „Die Täter kommen von überall her“, berichtet LKA-Sprecher Michael Schuld.

Erhöhte Fallzahlen werden in Mecklenburg-Vorpommern besonders aus Rostock gemeldet. In der Hansestadt gab es im vergangenen Jahr 229 Einbrüche und damit 55 Fälle mehr als im Vorjahr. Weiterer Schwerpunkt ist der Landkreis Vorpommern-Greifswald. In dem Grenzkreis registrierte die Polizei 399 Einbrüche – ein Plus von 154 Fällen. In Schwerin waren dagegen Rückgänge zu verzeichnen.

Besorgt zeigt sich inzwischen auch Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU): „Gerade Wohnungseinbrüche bedeuten für die betroffenen Bürger einen massiven Eingriff in ihre Privatsphäre und berühren ihr Sicherheitsgefühl in besonderem Maße.“ Er forderte die Polizeipräsidien auf, mit Bekämpfungskonzepten der Entwicklung entgegenzutreten. Wo sich Wohnungseinbrüche häufen, soll Bereitschaftspolizei die Beamten vor Ort unterstützen.

Zudem soll die Präventionsarbeit deutlich verstärkt werden. Steffen Salow von der Schweriner Polizeiinspektion rät: „Aufmerksamkeit ist wichtig, häufig wird die Wohngegend von den Banden vorher ausgekundschaftet.“ Auffälligkeiten sollten der Polizei gemeldet werden. Außerdem: „Wo Nachbarn gut zusammenhalten, haben es Einbrecher meist schwerer“, berichtete der Polizeihauptkommissar.

So schützen Sie sich:

Tipp 1

Schützen Sie Türen und Fenster mit zusätzlichen Sicherungen. Balkontüren und Fenster sollten auch geschlossen werden, wenn man nur kurz das Haus verlässt.

Tipp 2

Lampen mit Zeitschaltuhren täuschen Ihre Anwesenheit vor und schrecken Einbrecher ab.

Tipp 3

Briefkasten während des Urlaubs von Nachbarn leeren lassen.

Tipp 4

Einbruchsschutz bietet soziale Kontrolle in der Nachbarschaft. Melden Sie verdächtige Personen, Fahrzeuge und Beobachtungen der Polizei.

Tipp 5

Wertsachen nicht offen herumliegen lassen. Wichtige Dokumente und Schmuck in einem Bank-Schließfach  oder im Tresor aufbewahren.

Tipp 6

Eine Hausratversicherung ist ein Muss. Sie kommt für Schäden nach Einbrüchen auf. Versicherungen vergleichen und bei Abschluss auf Diebstahlsklausel achten.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen