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Mecklenburg-Vorpommern

23. Oktober 2017 | 23:01 Uhr

Im Nordosten ist Stromsparen angesagt

vom

svz.de von
erstellt am 21.Dez.2012 | 06:44 Uhr

Schwerin/Rostock | Der Nordosten spart Energie. Immer stärker achten die Einwohner Mecklenburg-Vorpommerns auf ihren Energieverbrauch. Wie das Statistische Bundesamt gestern mitteilte, verringerte sich der Verbrauch von Haushaltsenergie 2011 im Vergleich zum Vorjahr in Deutschland um 6,7 Prozent. Zwischen 2005 und 2011 sank der Energieverbrauch um insgesamt 10,3 Prozent und im Vergleich zu 2000 sogar um 17,7 Prozent. "Bei den Daten haben wir die Temperaturschwankungen herausgerechnet", erklärte Helmut Mayer, Fachmann für Energiedaten beim Statistischen Bundesamt. Gerade im privaten Raum würde sich die Witterung nämlich enorm auf den Energieverbrauch auswirken. Die meiste Energie brauchen private Haushalte für das Heizen. 2011 wurden zwei Drittel der gesamten Haushaltsenergie dafür eingesetzt. "Allerdings ist der Energieverbrauch für Raumwärme in den letzten Jahren stark gesunken", berichtete Helmut Mayer. Der Verbrauch war im Jahr 2011 um 13,4 Prozent geringer als 2005. Der Rückgang gegenüber 2005 ergab sich trotz einer gestiegenen Zahl von Haushalten (+ 4,0 %) und einem Zuwachs an Wohnfläche (+ 3,3 %). Der Energieverbrauch je Quadratmeter Wohnfläche reduzierte sich trotz dieser beiden Faktoren um ein Sechstel. Die Verbraucherzentrale im Land bescheinigt den Einwohnern ebenfalls überwiegend gute Noten in Sachen Energiebewusstsein. Der Fachbereich "Bau und Energie" bietet seit zwei Monaten Energieberatung zu Hause an, die sogenannten Energiechecks. "Der Basischeck kostet durch eine Förderung des Wirtschaftsministeriums nur zehn Euro und wir können uns vor Anfragen nicht retten", erklärte Horst-Ulrich Frank, Fachberater bei der Verbraucherzentrale. Durchschnittlich zwölf Anfragen pro Tag kommen bei der Verbraucherzentrale an. Bei den Energie-Checks sehen sich die Fachleute die privaten Wohnungen an und geben Hinweise, was die größten Energiefresser sind und wie man sie los wird. Dafür nimmt das Prüfteam, bestehend aus zwanzig Experten an 25 Standorten in Mecklenburg-Vorpommern, Anfragen entgegen. Die Mecklenburger und Vorpommern wollen sparen, brauchen dafür aber Fachwissen, merkte der Bauingenieur an. Der Klassiker in den Haushalten im Land ist die zu hohe Raumtemperatur. Oftmals würden es sich die Leute bei 25 Grad Celsius gemütlich machen. "Und ein Grad entspricht etwa sechs Prozent Energieverbrauch", rechnete Horst-Ulrich Frank vor, der hinzufügt, dass man diese Hitze ohnehin nur aushalte, wenn man sich wirklich wenig bewegt. Diese typische "Fernsehtemperatur" komme auch teils durch falsche Handhabung der Thermostate zustande.

Der Hauptgrund für den insgesamt gesunkenen Energieverbrauch ist nach Ansicht des Fachmannes der Preisdruck. "In den vergangenen zehn Jahren sind die Energiekosten um 100 Prozent gestiegen. Das bringt viele dazu, zweimal darüber nachzudenken", erklärte Frank. Hinzu kommen zwei weitere Faktoren, die zum Energiesparen anhalten. Im Rahmen des Kohlendioxid-Gebäudesanierungs-Programms hat die Bundesregierung die KfW-Programme zum energieeffizienten Bauen und Sanieren aufgelegt. Sie unterstützen Haus- und Wohnungseigentümer bei der Finanzierung energiesparender Baumaßnahmen. Mit der Energieeinsparverordnung wird zusätzlich ein Rahmen abgesteckt, der die energetischen Mindeststandards bei Neubauten und Sanierungen festlegt. Wer seine vier Wände überprüfen möchte, kann sich an die Verbraucherzentrale wenden. Neben dem Basis check für zehn Euro können Eigentümer auch einen Gebäude-Check beantragen, der zwanzig Euro kostet. Die Brennwertüberprüfung mit 24 Stunden-Datenerhebung kostet dreißig Euro.

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