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FC Hansa Rostock : Im Morgengrauen durch den Wald

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Arbeitsbeginn um sieben Uhr ist für den „Normalbürger" kaum etwas Besonderes. Für Profikicker ist es hingegen schon ungewöhnlich. Coach Wolfgang Wolf führte beim Fußball-Zweitligisten den Frühsport ein.

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erstellt am 09.Jan.2012 | 07:05 Uhr

Rostock | Arbeitsbeginn um sieben Uhr ist für den "Normalbürger" in Deutschland kaum etwas Besonderes. Für Profikicker, wie jene vom FC Hansa Rostock, ist es hingegen schon ungewöhnlich. Coach Wolfgang Wolf führte gestern beim Fußball-Zweitligisten den Frühsport ein. Ab 7.18 Uhr drehte die Truppe mit dem Trainerteam an der Spitze einige Runden durch den Barnstorfer Wald unweit des Rostocker Stadions. Doch die Mannschaft war keinesfalls allein unterwegs. Bereits auf dem Weg zur Arena gegen halb sieben kamen den Spielern sportverrückte Jogger im Halbdunkel der Morgendämmerung entgegen. Und auch auf den Straßen herrschte ein reges Treiben, waren viele Menschen auf dem Weg zum Job - und unter ihnen diesmal auch die Fußballer. "Ich kenne das noch aus Jugendzeiten, als ich im Internat wohnte. Da war vor der Schule oft Training. Als Profi ist das allerdings neu für mich, aber das muss auch mal sein. Mir macht das nichts aus", erklärte Stürmer Marcel Schied.

Als erster fand im Übrigen Marek Mintál den Weg in die Katakomben des Stadions. Der Slowake war schon vor 6.30 Uhr da. Als Letzter des Teams kam Stephan Gusche um 6.58 Uhr. Der Chefcoach wählte die Mitte und fuhr um 6.41 Uhr vor. "Ich habe mit frühem Aufstehen keine Probleme. Normalerweise komme ich gegen sieben Uhr aus dem Bett, lese Zeitung und trinke einen Kaffee. Ich kann morgens nicht aufstehen und gleich zum Training", verrät Wolf. Ansonsten beginnen die Vormittagseinheiten zwischen neun und zehn Uhr.

Welcher Spieler wann in der Kabine war, interessierte den 54-Jährige nicht. "Es kam keiner zu spät, keiner hat sich verlaufen und keiner ist über einen Baum gestolpert", lautete das letztlich positive Fazit des Fußball-Lehrers bezüglich des Morgenlaufs. Auch Michael Blum hatte es pünktlich geschafft. Der Linksfuß wohnt in Rövershagen, etwas östlich der Hansestadt und musste den längsten Anfahrtsweg zurücklegen. Er brauchte gestern früh aufgrund des Berufsverkehrs fast 45 Minuten.

Auf den gut halbstündigen Lauf folgte ein gemeinsames Frühstück. "So etwas habe ich gerne. Dabei kann man sich gut unterhalten und auch besser kennen lernen. Das stärkt einfach den Gemeinschaftssinn, wobei ich denke, dass der Zusammenhalt innerhalb der Truppe sehr groß ist. Jeder weiß, dass es eine harte Serie wird und wir es nur zusammen schaffen können", sagte Wolfgang Wolf, der gestern noch zwei weitere Einheiten durchführte. "Was die Jungs leisten, ist schon enorm. Doch so macht es auch Spaß. Sie sind aber alle schon ganz schön fertig, legen sich in den Pausen in allen möglichen Ecken des Stadions hin und schlummern."

Doch der Coach lässt kaum locker: "So wie ich mich kenne nicht. Und ich kenne mich gut." Daher hat er für heute trotz des Test gegen Schöneiche einen Morgenlauf und eine Vormittagseinheit angesetzt.


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