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Klinik in Crivitz steht für Freundlichkeit und Hygiene : Im Mittelpunkt: Patienten statt Apparate

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Schon lange kommen Frauen aus Schwerin in die Klinik am Crivitzer See, um hier ihre Kinder auf die Welt zu bringen. Denn das Krankenhaus hat einen guten Ruf unter den werdenden Müttern.

svz.de von
erstellt am 05.Feb.2013 | 10:06 Uhr

Bei vielen Schwerinern steht im Ausweis als Geburtsort: Crivitz. Denn schon seit Jahrzehnten kommen auch Frauen aus der jetzigen Landeshauptstadt die rund 20 Kilometer hierher, um ihre Kinder auf die Welt zu bringen, obwohl sie dafür natürlich auch in Schwerin bleiben könnten. Bis heute hat die Klinik am Crivitzer See einen guten Ruf unter den werdenden Müttern. Mehr als 400 Babys werden hier jedes Jahr geboren.

"Diese Zahl ist relativ stabil, obwohl insgesamt im Land weniger Kinder zur Welt kommen", resümiert Dr. Ralph Budnik, der Ärztliche Direktor. "Das wird daran liegen, dass in unserem kleinen Haus der Kontakt zwischen den Patientinnen und dem medizinischen Personal wesentlich intensiver und persönlicher ist als woanders."

Es sei auch insgesamt der Anspruch des Crivitzer Krankenhauses, den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen. "Es gibt immer mehr Apparate, die überall stehen und den Patienten Angst machen, da geht der Kontakt zum Menschen mehr und mehr verloren", weiß Dr. Budnik aus eigener jahrelanger Erfahrung in einem großen Krankenhaus. "Das wollen wir nicht, sondern stattdessen Nähe vermitteln. Das scheint zu klappen - wir bekommen viele positive Rückmeldungen."

Neben der Freundlichkeit steht die Hygiene ganz oben auf der Prioritätenliste. Mit den viel beschriebenen Krankenhauskeimen gibt es nahezu keine Probleme.

Natürlich werden hier nicht nur junge Mütter professionell betreut. Die Klinik ist ein kleines Haus, das die sogenannte Grund- und Regelversorgung sichert. "Je größer, desto spezialisierter", weiß Dr. Budnik. "Wenn wir solche Leistungen brauchen, können wir Patienten innerhalb kürzester Zeit in andere Krankenhäuser verlegen, mit denen wir Kooperationsverträge haben."

Viele sind ältere Menschen, haben verschiedene Krankheiten - deren Betreuung und Versorgung ist anspruchsvoll, weiß der Mediziner. Der Klinik für Innere Medizin soll in diesem Jahr eine Abteilung für Palliativmedizin angeschlossen werden, in der Kranke kurz vor ihrem Tod betreut werden.

"Oft sind Angehörige überfordert mit der Pflege von Menschen, die schwer krank sind, zum Beispiel bei Krebs im fortgeschrittenen Stadium", sagt Dr. Budnik. "Deshalb wollen wir die Palliativplätze einfach mit anbieten."

Etwas spezieller ist die Orthopädie in Crivitz ausgerichtet. Hier werden Eingriffe an Hüft- und Kniegelenken, Schulter- oder Kreuzband-OPs durchgeführt. Daneben gibt es eine radiologische Abteilung und eine für Anästhesiologie und Intensivmedizin. In der Chirurgie stehen im Wesentlichen Routine-Operationen an, etwa an Galle, Schilddrüse oder Blinddarm. Doch auch hier gibt es immer wieder schwierige Fälle. Vor kurzem wurde ein Patient mit 180 Kilo Gewicht eingeliefert, der einen Darmverschluss hatte. Mehrere seiner Organe drohten zu versagen. "Den haben wir nicht in ein hochspezialisiertes Zentrum verlegt, sondern ihn selbst operiert - und wir konnten ihm helfen", sagt Dr. Budnik, der hier auch Chefarzt der Anästhesiologie und Intensivmedizin ist.

Steckbrief
Betten: 74

Mitarbeiter: 123

Patienten: ca. 4000 pro Jahr (stationär)

Tel. 038 63 - 5200

Internet: www.krankenhaus-am-crivitzer-see.de


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