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Das Rauchen aufgeben : Im letzten Anlauf von 40 auf 0

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Es kann klappen, mit dem Rauchen aufzuhören – der Schweriner Ecki Raff erzählt, wie es ihm gelungen ist

„Ich habe gefühlt mein ganzes Leben lang geraucht“, gesteht Ecki Raff. Mit 15 oder 16 habe er sich die erste Selbstgedrehte angesteckt, und auch wenn die scheußlich schmeckte, so sei er doch nicht wieder davon losgekommen, erzählt der 1964 geborene Schweriner Journalist und Fotograf. 40 Zigaretten seien sein normales Tagespensum gewesen.

In keinem anderen Bundesland rauchen so viele Männer wie in Mecklenburg-Vorpommern: Nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) greifen 41 Prozent regelmäßig zu Zigarette, Zigarre oder Pfeife. Auch der Anteil der rauchenden Frauen ist hierzulande mit 27 Prozent überdurchschnittlich groß. Nur in Berlin rauchen noch mehr Frauen (28 Prozent). Immerhin konnte aber in den letzten Jahren in MV laut BzgA ein Rückgang der Raucherquote um zwei Prozent festgestellt werden. Vor allem junge Leute rauchen seltener.

Auch er hätte immer wieder Versuche unternommen, vom Rauchen loszukommen, erzählt Ecki Raff. Doch alle scheiterten – bis zum Anfang des vergangenen Jahres. Da sei er auf dem Weg zur Arbeit an einer Hypnosepraxis vorbeigekommen, die für Raucherentwöhnung warb, und habe sich spontan einen Termin geholt. „Vorher allerdings habe ich mir eine 25-er Maxipackung meiner Hausmarke gekauft, die wollte ich noch wegquarzen – aber das hab selbst ich nicht geschafft. Zehn blieben übrig…“

Das Datum, den 7. Januar 2014, hat sich der Schweriner gemerkt – denn es markierte einen Wendepunkt in seinem Leben. Nach einem Vorgespräch hätte es nur eine einzige Hypnose-Sitzung gegeben, in der er überhaupt nicht das Gefühl gehabt hätte, „weg“ gewesen zu sein, erinnert sich Ecki Raff. „Jedenfalls hatte ich nicht so eine Körperspannung, dass man mich schweben lassen oder zwischen zwei Stühle hätte legen können.“ Auch könne er sich noch an alles erinnern. Zum Beispiel daran, dass die Therapeutin eine Zigarette angezündet und ihn aufgefordert hatte, einen Lungenzug zu nehmen. „Und der hat sowas von ekelig geschmeckt, so wie die allererste Zigarette…“

Dieser Zug aus der Zigarette am 7. Januar 2014 blieb sein bislang letzter. Zwei Mantren hätten sich ihm aus der Stunde auf der Therapeutencouch eingeprägt: „Wann immer du das Bedürfnis nach einer Zigarette hast, sag: Heute nicht!“ Und: „Du kannst wieder anfangen zu rauchen, aber dann stirbst du.“

Vor allem das „Heute nicht!“ habe er sich in den erste Wochen und Monaten immer wieder gesagt – und sich daran gehalten, so Ecki Raff. Inzwischen weiß er, dass das Rauchen für ihn ebenso sehr wie eine Sucht auch eine Gewohnheit war. „Wenn ich einen Teilbereich meiner Arbeit abgeschlossen hatte, dann habe ich erst mal geraucht“, nennt Raff ein Beispiel. Oder ein anderes: „Wenn das Wasser kochte und ich die Nudeln reingetan hatte, bin ich rauchen gegangen – acht Minuten, bis die Nudeln al dente waren…“

Im Laufe der Jahre habe er immer mal wieder Anlauf genommen, sich das Rauchen abzugewöhnen – immer vergeblich, gesteht der Schweriner. Hilfsmittel wie Nikotinpflaster hätte er ausprobiert – „aber dann hatte ich irgendwann bloß die doppelte Dosis, denn ich hab trotz der Pflaster wieder angefangen zu rauchen.“ Vom ersten Lungenzug nach vier Wochen Abstinenz sei ihm einmal so schwindlig geworden, dass er sich an einem Geländer festhalten musste. Aber statt das als Warnung zu verstehen, hätte er sich nur gedacht, das könne doch nicht wahr sein – und den nächsten Zug genommen.

„Einmal hab ich es sogar ein dreiviertel Jahr lang ohne Zigaretten durchgehalten – und dann doch heimlich wieder angefangen“. Ein erwachsener Mann, der heimlich raucht? „Na ja, ich hatte ziemlich rumgetönt vor meiner damaligen Frau und meinen Freunden – da war es mir peinlich, dass ich wieder angefangen hatte.“

Jetzt aber hält Ecki Raff tatsächlich schon länger als ein Jahr durch. Und ist immer noch erstaunt darüber, was in seinem Körper passierte. „Nach zwei, drei Monaten ohne Zigaretten haben sich mein Geschmacks- und mein Geruchsempfinden völlig verändert“, erinnert er sich.

Etwa in dieser Zeit sei er „zum Test“ einmal bewusst in eine Raucherkneipe gegangen, um dort einen Boxkampf anzuschauen. „Nach vier Runden bin ich wieder gegangen, weil ich es entsetzlich fand, wie es dort nach Qualm roch.“

Bis heute würden ihn viele, die von seinem alten Laster wüssten, fragen, ob es ihn stört, wenn sie in seiner Gegenwart rauchen, erzählt Ecki Raff. Aber es reize ihn nicht, mitzurauchen. Wenn er allein sei, bekäme er dagegen schon noch manchmal Lust auf eine Zigarette. Dann sei Willensstärke gefragt.

Die braucht er auch, um sein nächstes Ziel anzugehen: „Seit ich nicht mehr rauche, hab ich echt zugenommen. Zum ersten Nichtraucherjubiläum hab ich mir deshalb vorgenommen, dass das nächste das Jahr der Kilos wird.“ Jetzt wissen das alle…

 

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