Abnehmen : Im Körper gibt es keine Schlacken

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Drei Irrtümer beim Fasten und andere Mythen rund ums Essen

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10. März 2015, 11:50 Uhr

Kaum lassen sich die ersten Sonnenstrahlen blicken, erscheint auch der eigene Körper wieder in einem anderen Licht. Doch nicht jedem gefällt, was er dann sieht – zur Freude der Diät-Industrie. Abnehmprogramme haben im Frühjahr Hochkonjunktur. Manch einer entscheidet sich für eine radikale Fastenkur – in der Hoffnung, den Körper möglichst schnell von Fettpölsterchen zu befreien und gleichzeitig zu entgiften. Doch das ist ein Trugschluss, wie die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) weiß. Hier kommen drei klassische Fastenirrtümer:

Fasten entschlackt den Körper

Schlacken sind definiert als Verbrennungsrückstand. „Sie entstehen nicht im menschlichen Körper, der Darm ist beweglich und es kommt zu keiner Verschleimung oder Verkrustung oder irgendwelchen Ablagerungen, die weggespült werden müssten“, sagt Gesine Roß, Leiterin der Geschäftsstelle der DGE in Mecklenburg-Vorpommern.

Organe wie Leber, Niere oder Lunge können Abbauprodukte aus Stoffwechselprozessen rückstandslos entsorgen. Für die Entsäuerung des Körpers sind ebenfalls in erster Linie gesunde Nieren verantwortlich. Bei längerem Fasten kommt es dagegen tatsächlich zu einer Übersäuerung. Der Urin wird bräunlich und riecht penetrant.

Mit Fasten lässt sich gut abnehmen

Abnehmen kann nur, wer weniger Kalorien zuführt als der Körper verbraucht. Bei vielen Diäten liegt die Energiezufuhr allerdings gleich unter 1000 Kilokalorien pro Tag. „Das führt zwar dazu, dass man in kürzester Zeit relativ viel Gewicht verliert. Dies beruht aber zu einem großen Teil auf Wasserverlust und dem Abbau von Eiweiß aus den Muskeln“, erläutert die Expertin der DGE. Die gewünschte Verringerung des Fettgewebes halte sich dagegen in Grenzen.

Das Problem: Ohne gezielte Bewegung reduziert sich durch das Fasten der Grundenergiebedarf des Körpers – und schon droht anschließend der Jojo-Effekt: Man nimmt wieder zu. Deshalb empfiehlt die DGE stattdessen, langfristig abzunehmen. Dabei gilt es, die Ernährung umzustellen, das Verhalten zu ändern und sich mehr zu bewegen, um die Muskelmasse zu erhalten oder aufzubauen. Nur so wird auch ausreichend Energie verbraucht.

Heilfasten kann jeder

Jein. Theoretisch kann zwar jeder gesunde Mensch fasten. In der Praxis sollte dies aber nur unter Anleitung eines zertifizierten Fastenleiters und nach Absprache mit dem Hausarzt geschehen, raten Experten. Da es Änderungen im Stoffwechsel gibt, müssen vor allem Leber und Schilddrüse gesund sein. Besonders Menschen, die regelmäßig Medikamente nehmen, sollten vorher einen ärztlichen Rat einholen.

Generell gilt: Wer es mit dem Heilfasten übertreibt, kann seinem Körper schaden. „Es ist nicht gesundheitsförderlich, dem Organismus lebenswichtige Nahrungsinhaltsstoffe vorzuenthalten“, warnt etwa der Diätexperte und Buchautor Sven-David Müller. „Wichtig ist die Frage, welchen Nutzen man überhaupt aus der Fastenzeit ziehen möchte. Manche Fastenmethoden sind einfach nur teuer“, meint Gesine Roß.

Doch wozu überhaupt fasten, wenn es weder zum Abnehmen noch zum Entgiften taugt? „Fasten kann dabei helfen, die Geschmackssinne wieder zu schärfen“, nennt die Ernährungswissenschaftlerin einen positiven Effekt. Auch könne es als Impuls dienen, den Ernährungsstil zu hinterfragen. Manch einer schwört auch auf die „mentale Reinigung“ oder verweist auf den religiösen Aspekt.

Wer mehr will, kommt jedoch um eine dauerhafte Änderung seiner Gewohnheiten nicht herum. Mehr tun und nicht nur etwas weglassen, lautet dann eher die Devise: etwa mehr Sport.

1. Fettreichen Lebensmittel

 Große Portionen und häufigen Verzehr von fettreichen Lebensmitteln vermeiden

2. Pflanzliche Fette

Pflanzliche Fette, z. B. Öle, Nüsse  und Samen bevorzugen

3. Ballaststoffe

Häufig Lebensmittel verzehren, die reich an Ballaststoffen sind, z. B. Gemüse, frisches Obst, Vollkorngetreideprodukte

4. kalorienfreie Alternativen

Energiereiche nichtalkoholische Getränke (z. B. Erfrischungsgetränke, Wasser,  Säfte, Eistees) in Maßen konsumieren, kalorienfreie Alternativen bevorzugen

5. Fertiggerichte

Bei Fertiggerichten auf den Energiegehalt achten

6. Alkoholkonsum

Alkoholkonsum einschränken, keinesfalls mehr als ein bis zwei kleine Gläser an alkoholischen Getränken pro Tag trinken

7. Vielfalt

Die Vielfalt des Lebensmittelangebotes nutzen und genießen

8. Körpergewicht

Körpergewicht regelmäßig kontrollieren

9. Energieaufnahme

Energieaufnahme um 500 bis 800 Kilokalorien pro Tag reduzieren, vor allem durch kleinere Portionen  und energieärmere Nahrungsmittel

10. Mahlzeitenrhythmus

Verzehr von  Essen und Getränken protokollieren und einen regelmäßigen Mahlzeitenrhythmus einhalten

11. Energieverbrauch

Sport treiben: um 2  bis 3 Kilo abzunehmen, muss man sich  mind. 150 Min. pro Woche entsprechend bewegen oder einen Energieverbrauch von mind. 1500 Kilokalorien pro Woche haben

 
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