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Ausstellung im Kloster Rühn : Im Dickicht der Fantasie

vom
Aus der Onlineredaktion

Die Künstlerinnengruppe Gedok MV feiert ihren 10. Geburtstag im Kloster Rühn mit einer Ausstellung unter dem Motto „Im Dickicht“

von
erstellt am 18.Aug.2017 | 12:00 Uhr

Im Dickicht also. Kein weites Feld. Im Dickicht lauert Verborgenes im Verborgenen. Dickicht, das ist Dschungel ohne Tropen. Ein undurchdringlicher Wald im Werden, der sich unseren Blicken entzieht. In ein Dickicht stolziert man nicht einfach so hinein. Man muss ihn erobern, mutig sein und vorsichtig. Muss darauf gefasst sein, über ein Geheimnis zu stolpern. Dickicht, das ist das Schlingernde, Wuchernde, Ungezähmte. Ein Ort, an dem die Fantasie blüht und also ein Ort für jene, die in Träumen und Albträumen zu Hause sind. Mithin also ein Thema für die Kunst. Eng und weit genug.

Wie auch diese Ausstellung unter dem Motto „Im Dickicht“ beweist, mit der die Gedok-Regionalgruppe Mecklenburg-Vorpommern dieser deutschlandweit agierenden Künstlerinnengruppe sich und uns zu ihrem 10. Geburtstag beschenkt. Dabei laden im Kloster Rühn die elf Künstlerinnen auf sehr unterschiedliche Weise dazu ein, sich mit ihren Sichten auf das Thema auseinanderzusetzen.

Während etwa Ursula Bahr nahezu impressionistisch in einem Fest der Farben von Hermann Hesses Maler Klingsor Abschied nimmt, entführt Martina Schultz tatsächlich in einen geheimnisvollen Dschungel, dessen schwarz-graue Verästelungen an japanische Grafiken erinnern. Monika Hellwig hingegen nimmt eine konträre Position ein und blickt in ihren „Satten Welten“ aus einem schwarzen Nichts in ein leuchtend buntes Draußen. Die Acryl- und Tusche-„Dickichte der Erinnerung“ von Sabine Kalicki erzählen in einem kalligrafisch anmutenden Farbrausch von einer Welt jenseits der Worte. Aus Licht und eingeschmolzenen Luftblasen schafft Elvira Martens ihre gläsernen Objekte, bei denen durch Glasfusion Zufall und Kreation zugleich für das zerbrechliche Bild sorgen. Mit ungewöhnlichem Material malt auch Susanna Schultz, wenn sie unter dem Titel „Verfran(s)t“ Schichten aus Filz und Seide zu Seelen- oder Naturlandschaften formt. Im 12-teiligen Fries von Ute Wilke begegnen uns Bewohner von Dickichten als geheimnisvolle Geistervögel. In digitale Dschungel dringen gleich drei Künstlerinnen ein. Margrit Rieger erzählt in ihren Fotografien von Kabeldickichten von einer immer unübersichtlicher werdenden Computerwelt. Anke Weßling bannt gleich eine Datenlandschaft mit Binärcodes aus Einsen und Nullen aufs Papier. Und Marta Olejko denkt in ihren nahezu fotografischen Linolschnitten über „die Sehnsucht nach Wärme“ in einer entfremdeten Welt nach.

Direkt mit Holz und anderen Naturmaterialien arbeiten Kirsten Grundler (Schmuck), Silke Krempien und Marie Madeleine Saludas. Wobei Krempiens und Saludas Holzplastiken den Besuchern dieser Ausstellung reichlich Stoff bieten, um ausgetretene Denkpfade zu verlassen und sich in den Dickichten der Fantasien zu verirren.

 

Rahmenprogramm:

Ausstellung „Im Dickicht“ - 10 Jahr Gedok MV im Kloster Rühn

Bis 10. September 2017 Mittwoch bis Sonntag,13-17 Uhr

Öffentliche Feier zum 10-jährigen Jubiläum der Künstlerinnenvereinigung Gedok MV am Sonnabend, 19. August, ab 18 Uhr mit Lesungen der Literatinnen der Gruppe (Jutta Schlott, Carmen Blazejewski, Hannah Lenz) sowie einem Konzert der Mezzosopranistin Sophia Maeno.
Zur Finissage am 10. September 2017 ab 15 Uhr wird Carmen Blazejjewskis Dokumentarfilm „Dialoge“ über das Künstlerehepaar Birgit und Horst Lohmeyer („Jamel rockt den Förster“) gezeigt.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog (10 Euro) 

 


 

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