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Rostock : Ignoriert, abgesperrt – und nun?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Kulturamt lässt Matrosendenkmal untersuchen / Ausbau zum Museum wäre möglich, aber problematisch

Was wird aus dem maroden Matrosendenkmal? Nachdem es gesichert wurde, ist nun ein Team von Bausachverständigen des Kommunalen Eigenbetriebs Objektbewirtschaftung und -entwicklung (KOE) im Auftrag des Amtes für Kultur und Denkmalpflege am Werk. Sie untersuchen den Zustand des Denkmals, das an den Kieler Matrosenaufstand von 1918 erinnert. Darauf aufbauend wird entschieden, wie es weitergeht.

„Der Sockel ist nicht in Ordnung. Drinnen sieht es aus wie in einer Tropfsteinhöhle“, sagt Michaela Selling. Als Leiterin des Amtes für Kultur- und Denkmalpflege ist sie für das Monument am Stadthafen, Höhe Kabutzenhof, zuständig. Zwischen der Innen- und Außenwand gebe es Hohlräume.

Am 8. Januar war das Denkmal mit Stahlstützen gesichert worden. Bereits Ende 2012 hatte ein Sachverständiger eine beeinträchtigte Standsicherheit attestiert. Es war nicht auszuschließen, dass Teile herabstürzen und Personen gefährden. Dennoch passierte lange nichts. Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) begründete die Tatenlosigkeit der Stadt primär mit einem Zuständigkeitsgerangel zwischen dem KOE und dem Kulturamt. Für die Denkmäler – und damit auch für das Matrosendenkmal –, so KOE-Sprecher Nico Seefeldt, sei grundsätzlich das Amt für Kultur- und Denkmalpflege zuständig. Der KOE werde mit seinen Bausachverständigen nur beauftragt. Ein Fokus der aktuellen Untersuchungen liegt auf der Statik. Die tonnenschwere Bronzefigur ist zwar nicht selbst beschädigt, lastet aber auf einem maroden Sockel.

Möglicherweise müssen die Hohlräume nur verfüllt werden. Es sei aber auch nicht ausgeschlossen, dass die Figur zur Sanierung abgenommen werden muss, sagt Selling. Zugleich könnte auch der Weg am Wasser wieder in Ordnung gebracht werden.

„Für uns aus der Denkmalpflege wird es interessant, wenn es um Veränderungen am Denkmal geht“, sagt Stadtkonservator Peter Writschan. Aus dem 44 Jahre alten Kunstobjekt ein Museum zu machen, als das es einst gedacht war, hält er heutigen Bestimmungen nach für problematisch. „Es gibt keine Rettungs- und Fluchtwege.“ Ein Umbau wäre mit hohem Aufwand und auch höheren Kosten verbunden. Aktuell sind 150 000 Euro für Untersuchungen und Sanierung veranschlagt. Ob das ausreicht, ist unklar: „Bei Sanierungen gibt es immer Überraschungen“, sagt Writschan. Und so ist auch nicht völlig ausgeschlossen, dass aus dem Matrosendenkmal doch noch ein Museum wird. Gerade junge Leute würden sich für das Denkmal interessieren, sagt Writschan. Und es finde sich als ein Wahrzeichen des Stadthafens auf Grafiken und Kleidung wieder. Die Untersuchungen des Bauwerks sollen noch bis Ende des Monats laufen. Bis Juni soll dann der Sanierungsplan vorliegen.

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