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Lebensretter : „Ich würde es jederzeit wieder tun“

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Robert Waibel hat ein Menschenleben gerettet / Ministerpräsident Erwin Sellering spricht öffentliche Belobigung für Sassnitzer aus

svz.de von
erstellt am 04.Mai.2015 | 20:50 Uhr

10. Juli 2014. Insel Rügen. Auch der kräftige, auflandige Wind kann Robert Waibel und seine beiden Freunde Roy Preiß und Sophie Koos nicht vom geplanten Bad in der Ostsee abhalten. Wie bedeutend dieser Tag für den Sassnitzer Robert Waibel jedoch werden soll, ahnt er noch nicht.

Als Badestelle hat sich das Trio einen unbewachten Strandaufgang zwischen Glowe und Juliusruh ausgesucht. Zunächst verläuft auch alles glimpflich – bis die große Welle kommt. „Die Gefahr war von einer Minute auf die nächste plötzlich da“, erinnert sich Robert Waibel bei seiner Auszeichnung in Schwerin, die Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) gerne persönlich vornimmt.

Die Welle erfasst die drei Schwimmer und durch die starke Unterströmung werden sie hinaus in die Ostsee gezogen. Nun gilt es, schnell aus eigener Kraft wieder den Strand zu erreichen. Sophie Koos gelingt es und auch Robert Waibel ist auf einem guten Weg. Doch als er sich umsieht, bemerkt er, dass sein Freund Roy Preiß Probleme hat. Nach einer Weile ist der eigentlich kräftige Mann im Alter von 24 Jahren jedoch erschöpft und wird zunehmend panischer.

Der damals 31-jährige Robert Waibel ist in diesem Moment für seinen Freund da; spricht ihm Mut zu, beruhigt ihn und spornt ihn an, nicht aufzugeben. Als er jedoch befürchten muss, dass sein Freund, den er seit etwa zehn Jahren kennt, es nicht aus eigener Kraft schaffen würde, fasst er einen mutigen Entschluss und packt beherzt zu. Tatsächlich gelingt es ihm, seinen Freund sicher an den Strand zu bringen. Wie groß seine Anstrengung dabei am Ende ist, bemerkt er aufgrund des Adrenalinschubes zunächst nicht. „In dem Moment war es nicht schwer, aber am Strand habe ich dann gemerkt, wie erschöpft ich eigentlich war“, so Waibel.

Glücklicherweise konnte Sophie Koos, die ausgebildete Krankenschwester ist, vor Ort gleich die medizinische Erstversorgung übernehmen. „Roy hatte wohl ziemlich viel Wasser geschluckt“, erinnert sich der Sassnitzer heute. Nachdem er in die stabile Seitenlage gebracht wurde – was am Strand gar nicht so leicht ist – und die Rettungskräfte eintrafen, wurde er über Nacht noch zur Beobachtung ins Klinikum mitgenommen. Spätfolgen trug er nicht davon.

Robert Waibel indes durfte seine Heldentat gestern feiern lassen. Denn Ministerpräsident Erwin Sellering ließ es sich nicht nehmen, dem jungen Mann ganz persönlich seinen Dank und seine Bewunderung auszusprechen. „Das Leben eines anderen Menschen zu retten zählt wohl zum Wertvollsten, was jemand leisten kann“, würdigt er den beherzten Einsatz des 32-Jährigen. Der fühlt sich gar nicht wie ein Held. „Ich habe instinktiv gehandelt und würde es jederzeit wieder tun“, gibt er sich bescheiden. Doch auch seine Freundin Julia Grabbert, die zur Ehrung mit anwesend ist, bestätigt, dass in ihrem Robert eine kleine Helferseele schlummert. „Er hilft eben, wo er kann.“

Solche Auszeichnungen wie die von Robert Waibel gibt es nur etwa zweimal im Jahr, erklärt Ministerpräsident Erwin Sellering. Er hofft aber, dass Robert Waibels Tat weitergetragen wird und er als positives Beispiel auch andere zu Heldentaten im Alltag inspirieren wird.

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