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FC Hansa Rostock : „Ich trete ,Panne’ dahin, wo es weh tut“

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Trainingsauftakt beim Fußball-Zweitligisten: Neben einem Wiedersehen mit alten Bekannten wie dem begnadigten Kevin Pannewitz und Steffen Baumgart sind in der Vorbereitungszeit auch neue Gesichter zu sehen.

svz.de von
erstellt am 02.Jan.2012 | 06:45 Uhr

Rostock | Morgen ist beim Fußball-Zweitligisten FC Hansa nach dem Weihnachts-/Neujahrs-Urlaub Trainingsauftakt. Neben einem Wiedersehen mit alten Bekannten wie dem begnadigten Kevin Pannewitz und Steffen Baumgart (jetzt Co-Trainer) wird man in der Vorbereitungszeit auch neue Gesichter in Rostock sehen. Das von Stürmer Wilfried Sanou aus Burkina Faso (27/ehemals 1. FC Köln, SC Freiburg) könnte dazugehören.

NNN-Redakteur Peter Richter bekam gestern Chefcoach Wolfgang Wolf zu Hause in Bad Dürkheim/Pfalz ("Hier ist es windig und regnerisch, richtiges Ostsee-Wetter") an die Strippe.

Wie wird der Mittwoch beim FC Hansa ablaufen?

Wolfgang Wolf: Wir führen um 9.30, 10.15 und 11 Uhr einen Laktattest in drei Gruppen durch und stehen um 14 Uhr auf dem Platz. Außerdem werden wir die Hausaufgaben, die die Spieler mitbekommen hatten, auswerten. Am Abend weiß ich dann schon, ob der eine oder andere geschludert hat.

Apropos geschludert: Der hoch talentierte wie viel gescholtene Kevin Pannewitz bekommt von Ihnen seine allerletzte Chance. Und wenn er morgen immer noch Übergewicht hat?…

Ich lege da zwar nicht soviel Wert drauf wie mein Vorgänger, gucke nicht auf 100 Gramm, aber es darf natürlich keiner mit sechs oder sieben Kilo Übergewicht erscheinen. "Panne" bekam eine Obergrenze mit. Ich bin gespannt und lasse mich überraschen. Ich habe ihm gesagt: "Es geht allein um deine Zukunft, und du kannst eine riesige vor dir haben. Lebe danach. Du hast schon so oft die Hand gereicht bekommen." Ich hoffe, er hat es kapiert. Notfalls bin ich bereit, ihn dahin zu treten, wo es weh tut.

Steffen Baumgart kehrt, nunmehr als Co-Trainer, zum FC Hansa zurück.

Er gehörte in der Saison 1998/99 beim VfL Wolfsburg zu meiner Mannschaft, da brachte er stets 100 Prozent. Wir sind immer in Kontakt geblieben. Ich bin von ihm überzeugt, auch, weil er die Spieler motivieren kann. Der Verein hat mir diesen Wunsch erfüllt. Dadurch, dass Steffen jetzt dazukommt, haben wir die Möglichkeit, in zwei, drei Gruppen zu trainieren.

Es soll ja auch noch zumindest ein neuer Stürmer kommen. Auf wen dürfen wir uns am Mittwoch freuen?

Ich habe mit Steffen Baumgart zusammen eine Liste erarbeitet. Davon wird der eine oder andere Spieler zu uns zum Training kommen. Täglich wird irgendetwas passieren. Wir müssen aber natürlich sehen, wie wir mit den Finanzen hinkommen. Der Einzige, von dem ich augenblicklich konkret sagen kann, dass er kommt, ist mein Sohn Patrick.

Aber der ist doch eher Verteidiger?

Ja, das ist richtig. Patrick ist 22 und spielt beim Regionalligisten Hessen Kassel. Die fangen dort erst am 9. Januar wieder an. Er trainiert vier, fünf Tage bei uns mit. Aber nicht, weil er ein Kandidat für Hansa Rostock ist, sondern nur, damit er mal sieht, was da oben los ist. Er will sich nur fithalten und gucken, wie sein Leistungsstand ist.

Haben Sie die Zeit um den Jahreswechsel genutzt, um noch mal richtig Kraft zu tanken?

Ich habe in der Zeit seit Kickers Offenbach (bei dem Drittligisten war Wolfgang Wolf bis Ende Februar 2011 Trainer - d. Red.) genug abgespannt. Ich war über die freien Tage ein bisschen wandern, und meine Frau Dagmar fährt gern Ski. Aber das Telefon stand die ganze Zeit nicht still. Man muss ja auch den Kontakt zu den Spielerberatern halten. Das war schon Arbeit über die Feiertage. Denn wir holen nur jemanden, der uns weiterbringt. Die Leute müssen auch passen. Wir können keine großen Summen ausgeben, wenn überhaupt. Aber wir haben noch vier Wochen Zeit. Wenn wir zum Trainingslager ins Flugzeug steigen, soll die Mannschaft komplett sein.

Haben Sie in Rostock schon ein richtiges Zuhause gefunden?

Ich bin im Moment noch im "Warnemünder Hof", werde aber am 7. um-

ziehen (Sonnabend - d. Red.) in eine Wohnung in Warnemünde. Es gefällt mir da oben. Ich war, wenn ich mit meinen Mannschaften in Rostock angetreten bin, auch immer da in verschiedenen Hotels.

Zum Abschluss bitte ein Vorausblick auf den Rest der Saison 2011/12.

Wir haben eine schwere Zeit vor uns. Wir müssen alle Kräfte bündeln und in die gleiche Richtung gehen, und wir brauchen Nerven sowie einen langen Atem. Die Leute hier im Verein kämpfen wie die Löwen, damit Rostock in der

2. Liga drinbleibt. Wir stehen mit dem Rücken zur Wand. Aber wir können das erreichen, wenn wir zusammenhalten.

HANSA INTERN

Wolfgang Wolf ist auch Großhandelskaufmann von Beruf. Seinen Fußballlehrer machte er u. a. gemeinsam mit Hansa-Urgestein Juri Schlünz.
Höhepunkt der Vorbereitung auf die restlichen 15 Saisonpartien ist das Freundschaftsspiel gegen Werder Bremen am Dienstag, dem 17. Januar, um 18 Uhr in der DKB-Arena. Einen Tag danach reist die Mannschaft bis zum 25. Januar in ein Trainingslager in der Nähe von Huelva (Spanien), wo auch zwei Testspiele geplant sind. In der 2. Bundesliga geht es für den FC Hansa am Sonntag, 5. Februar (13.30 Uhr), beim VfL Bochum weiter.

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