Lou Gramm : „Ich stehe zu meiner musikalischen Vergangenheit“

Lou Gramm, Jahrgang 1950, ist einer der bekanntesten Rock-Sänger der Musikgeschichte.
Lou Gramm, Jahrgang 1950, ist einer der bekanntesten Rock-Sänger der Musikgeschichte.

Rock-Sänger Lou Gramm wird mit seiner Band als „very special guest“ von Status Quo am Freitag in Schwerin gastieren

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19. November 2014, 11:44 Uhr

Lou Gramm war über einen Zeitraum von 25 Jahren die Stimme der Rockband Foreigner und prägte als Sänger und Songschreiber unsterbliche Hard Rock-Werke wie „Cold As Ice“, „Hot Blooded“ oder „Juke Box Hero“. Diese und weitere Klassiker wird der Sänger mit eigener Band als perfekte Einstimmung im Rahmen der Deutschlandtournee von Status Quo am 21. November in Schwerin präsentieren. Uli Grunert sprach mit dem Musiker.

In ihrer Autobiografie „Juke Box Hero“ schreiben Sie, dass Sie bereits im Kindesalter mit dem Rock-Bazillus infiziert worden sind. Wie war das genau?
Lou Gramm: Ich war gerade im richtigen Alter, als die Beatles im US-Fernsehen auftraten. Das war 1963 und alle Kids wollten plötzlich in einer Rockband spielen. Mir hat damals wohl Ringo am besten gefallen, denn ich setzte mich bald hinters Schlagzeug. Ich wollte nur noch Musik machen. Meine Eltern fanden das damals nicht so gut, aber bald hatten wir im Umfeld unserer Schule die ersten erfolgreichen Auftritte.

Wie kam es später zum Wechsel vom Drum-Kit zum Gesangsmikrophon?
Ich hatte sehr früh den Ehrgeiz, nicht nur bekannte Songs nachzuspielen, sondern auch eigene Songs zu schreiben. Da bist du sehr schnell dabei, auch als Drummer zu singen. Überhaupt hat mir die Erfahrung als Schlagzeuger sehr dabei geholfen, ein guter Sänger zu werden. Sowohl beim Komponieren als auch bei meiner Stimmausbildung war das erlernte Rhythmus-Gefühl sehr hilfreich. In „Juke Box Hero“ kann man diese Drummer-Schule in Song-Struktur, Rhythmus und Tempowechsel gut heraushören.

Sie wurden als Sänger von britischen Künstlern geprägt. Wer hat Sie denn besonders beeindruckt?
Ich habe britische Sänger wie Steve Marriott und Paul Rodgers bereits in meiner Jugend verehrt. Aber auch Motown hat mich stark geprägt. Die Stimmen von Marvin Gaye oder Aretha Franklin können ein ganzes Gesangsstudium ersetzen. Du musst nur richtig zuhören. Natürlich brauchst du als Sänger Kraft und Timing, aber noch wichtiger ist es, die Gefühle rüberzubringen. Als ich in den USA erste Erfolge mit unserer Band Black Sheep hatte, traf ich die englische Band Spooky Tooth, bei der auch Mick Jones spielte. Durch diese Begegnung wurde ich später nach New York eingeladen, wo gerade die ersten Aufnahmen von Foreigner entstanden. Wir waren von der Besetzung halb britisch und halb US-amerikanisch. So kamen ganz unterschiedliche Einflüsse und Vorlieben zusammen, die am Ende die Basis für den späteren Welterfolg von Foreigner bildeten.

Sie haben sich später von Foreigner getrennt, die Band machte mit anderen Frontmännern weiter. Sie hatten dann auch als Solo-Künstler Erfolge. Trotzdem waren viele Foreigner-Fans traurig. Für viele sind Sie die wahre Foreigner-Stimme. Können Sie das verstehen?
Ja. Ich werde mitunter darauf angesprochen. Wie in jeder guten Ehe kann es auch in einer Rockband zu Streit und Trennung kommen. Ich stehe zu meiner musikalischen Vergangenheit, spiele auch mit meiner eigenen Band gern die Klassiker aus der Foreigner-Zeit. Aber auch eine Band wie Foreigner sollte die Chance haben, sich im Laufe der Jahrzehnte verändern zu können. Ältere Fans hängen stark an der Urbesetzung, jüngeren Zuschauern ist das nicht so wichtig.

Bald werden Sie mit der britischen Rockband Status Quo gemeinsam auf Tour gehen. Gibt es eine Verbindung zwischen ihnen?
Ehrlich gesagt, ist diese Kooperation eine Idee unserer Manager. Aber wir haben unsere Wurzeln im selben Jahrzehnt. Und ich glaube, unser Live-Repertoire ergänzt sich hervorragend. Ich freue mich sehr auf die Tournee und hoffe, viele Fans aus Deutschland wiederzusehen.
 

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