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Mecklenburg-Vorpommern

20. November 2017 | 03:17 Uhr

Sommerinterview : "Ich lerne eine Menge dazu"

vom

In den Sommerinterviews befragt unsere Redaktion Spitzenpolitiker in Mecklenburg-Vorpommern. Mit Harry Glawe, Minister für Wirtschaft, Bau und Tourismus (CDU), sprach Andreas Frost über seine Karriere als Minister.

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erstellt am 10.Aug.2012 | 09:28 Uhr

In den Sommerinterviews befragt unsere Redaktion Spitzenpolitiker in Mecklenburg-Vorpommern. Mit Harry Glawe, Minister für Wirtschaft, Bau und Tourismus (CDU), sprach Andreas Frost.

Herr Minister Glawe, wo waren Sie im Urlaub?

Ich war viel im Land unterwegs, insbesondere auch in Vorpommern. Ein paar Tage habe ich mit meiner Familie auf der Ostsee verbracht.

Was haben Sie während der Ferien gemacht? Wie viele Akten haben Sie gewälzt?

Ehrlich gesagt: weniger Akten als sonst. Natürlich gibt es Themen, die mich auch im Urlaub beschäftigen. Aber: Ich habe versucht, auch mal für eine gewisse Zeit abzuschalten und die Zeit mit meiner Familie einfach zu genießen. Als Minister bin ich ja ständig unterwegs im Land. Ich finde es auch mal schön, einfach "nur" zu Hause in meiner Heimatstadt Grimmen zu sein.

Sie gelten ja als bodenständig und haben vor einem knappen Jahr noch stolz Ihren Reisepass gezeigt, der frei von allen ausländischen Einträgen war. Hat sich das inzwischen geändert?

Ein Stempel ist drin - ich war auf meiner ersten Auslandsreise im Ministeramt. Ich habe die weltweit zweitgrößte Gesundheits- und Medizintechnikmesse, die Arab Health in Dubai, besucht. Aus unserem Land ist das Thema Diabetesbehandlung auf sehr großes Interesse vor Ort gestoßen. Hier haben wir noch eine Menge vor.

Wo im Ausland würden Sie Urlaub machen und wann treten Sie Ihren ersten Auslandsurlaub an?

Ich habe eigentlich kein Lieblingsland. Ansonsten überlasse ich die Planung unseres Urlaubs vertrauensvoll meiner Frau. Bislang kann ich mich da auch nicht beklagen.

Seit einem knappen Jahr sind Sie nun Wirtschaftsminister. Welcher Posten ist eigentlich leichter: Wirtschaftsminister oder CDU-Fraktionschef? Und warum ist das so?

Beide Posten haben natürlich was für sich. Leichter ist weder der eine noch der andere. In beiden Jobs sind die Erwartungen sehr hoch, Entscheidungen müssen gemeinsam gefällt und umgesetzt werden. Allerdings ist die öffentliche Wahrnehmung mit dem Amt als Wirtschaftsminister deutlich gestiegen.

Was waren die bisherigen Höhepunkte als Wirtschaftsminister und was hat Ihnen am meisten Spaß gemacht?

Höhepunkte gab es einige. Herausheben möchte ich mal die Ansiedlung von Nestlé. Dass so ein großer Konzern nach Mecklenburg-Vorpommern kommt, passiert ja nicht jeden Tag. Hier sollen zunächst mehr als 400 neue Jobs entstehen. In Lubmin hat sich beispielsweise der Mineralölverarbeiter Bautec angesiedelt und in Laage der Automobilzulieferer Oberaigner. Ich habe die Zeit auch genutzt und viele mittelständische Unternehmen besucht, um mit den Mitarbeitern und Chefs vor Ort ins Gespräch zu kommen. Die Grundtendenz ist positiv. Viele Unternehmen wollen erweitern. Wir helfen gern dabei.

Was war inhaltlich neu für Sie, was hat Sie vielleicht auch aus dem neuen Blickwinkel überrascht?

Die Themenbreite und die Tragweite der Entscheidungen sind wirklich immens. Und ich sage auch: Ich lerne eine Menge dazu. Als Minister habe ich die Verwaltungskomponente im Entscheidungsprozess im Rücken. Das ist in dieser Form neu. Wir haben eine fleißige Verwaltung in meinem Haus, die handelt und mich auf Termine gut vorbereitet.

In schwerer See befinden sich die P+S-Werften. Werden die Werften überleben?

Wir geben die bestmögliche Unterstützung, dass es aufwärts bei P+S geht. Die Umstrukturierung muss gelingen. Hier gibt es einige Hürden, die es noch zu nehmen gilt, insbesondere was die Beteiligung der Zulieferer und Mitarbeiter angeht.

Das Land hat 152 Millionen Euro Hilfe bewilligt. Wird das reichen?

Hier hat die Landesregierung für die P+S Werften gemeinsam am Kabinettstisch einen festen Rahmen beschlossen.

Welches wirtschaftspolitische Thema steht in den nächsten Monaten für Sie ganz oben auf der Agenda?

Ich möchte alles daransetzen, dass wir Menschen weiter in Arbeit bringen. Im Fokus steht dabei die Unterstützung von Erweiterungen und auch Neuansiedlungen. Wir stellen in diesem und nächstem Jahr zusätzlich zwei Millionen Euro für gezieltes Marketing bei der Investorensuche bereit.

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