zur Navigation springen

Prozess: Vergewaltigung einer 14-Jährigen : „Ich habe sie nicht angefasst“

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

26-Jähriger Hagenower soll 14-Jährige vergewaltigt haben. Staatsanwaltschaft fordert mehr als zwei Jahre Haft.

von
erstellt am 13.Feb.2017 | 20:45 Uhr

Weil er seine damals 14-jährige Freundin an deren Geburtstag vergewaltigt haben soll, hat die Staatsanwaltschaft zweieinhalb Jahre Gefängnis für einen 26-jährigen Arbeitslosen gefordert. Vor dem Landgericht Schwerin beantragte sie außerdem, den in Hagenow lebenden Mann wegen einer psychischen Störung in einer psychiatrischen Klinik unterzubringen, da das Risiko weiterer Gewalttaten bei ihm sehr hoch sei, wenn er nicht behandelt wird. Der Verteidiger hingegen forderte, den Angeklagten freizusprechen, denn die Aussagen des Mädchens seien „mit Vorsicht zu genießen“. Deshalb gebe es „nicht unerhebliche Zweifel“, dass sie die Wahrheit gesagt hat. Der 26-jährige bestritt bis zum Ende des Prozesses die Vorwürfe seiner ehemaligen Freundin. Er behauptete: „Ich habe sie nicht angefasst.“ Außerdem will er nicht gewusst haben, wie jung sie noch war.

Die beiden hatten sich im Sommer 2015 auf dem Altstadtfest in Hagenow kennengelernt. Wenige Tage später übernachtete die Schülerin bei ihrem neuen Freund. Ihrer Mutter hatte sie vorgeflunkert, sie besuche eine Freundin. Ein Wochenende später feierte das ungleiche Paar mit einigen Kumpeln ihren 14. Geburtstag. In dieser Nacht habe er sie zum Sex gezwungen, war der Staatsanwalt überzeugt. Der Angeklagte hingegen berichtete, er sei betrunken gewesen und sei ohne sich überhaupt auszukleiden eingeschlafen.

Bei der Polizei landete der Fall erst Monate später. Ihre Beziehung dauerte noch keine acht Wochen, als es zur Trennung kam. Er soll sie dabei mit einem Messer und sie ihn mit einem „Kampfhund“ bedroht haben – was sie wechselseitig bestritten.

Auf jeden Fall rief die mutmaßliche Messer-Bedrohung die Polizei auf den Plan. Im Rahmen der Ermittlungen deutete das Mädchen auch die mutmaßliche Vergewaltigung an ihrem Geburtstag an. Anfangs hieß es sogar, der Angeklagte habe die Schülerin durch die Vergewaltigung geschwängert. Das hat sich vor Gericht nicht bestätigt. Schwanger wurde das Mädchen erst einige Wochen später, als sie freiwillig mit ihrem Freund schlief. Das Kind verlor sie lange vor der Geburt.

Obwohl er vor Gericht eher ruhig wirkte, schätzte eine Psychiaterin den Angeklagten als äußerst aggressiv und impulsiv ein. Während des Prozesses sei dank eines Medikaments eine „weichgespülte Version“ des Mannes zu erleben gewesen, so die Gutachterin. Der 26-jährige, dessen Eltern offenbar alkohohlabhängig waren, war ab seinem zweiten Lebensjahr für viele Jahre in Kinder- und Jugendheimen untergebracht. Mehrere Versuche, durch Therapien seine Aggressionen und seine Alkoholsucht zu bändigen, scheiterten. Das Gericht will in der kommenden Woche sein Urteil verkünden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen