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Erklärungsschreiben : „Ich habe nicht den Mut gehabt.“

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Ich habe bis 1989, über Parteimitglieder im Rahmen meiner dienstlichen Tätigkeit an das MfS berichtet.

svz.de von
erstellt am 21.Okt.2014 | 21:30 Uhr

„Die jüngsten Veröffentlichungen über meine Tätigkeiten für das Ministerium für Staatssicherheit der DDR (MfS) in der Zeit von 1983 – 1989 sind zutreffend. Ich habe in dieser Zeit an das sozialistische Gesellschaftssystem geglaubt. Nach der Übernahme meiner Tätigkeit als Kreissekretär der LDPD im Sommer 1982 wurde ich im Januar 1983 von einem Mitarbeiter des MfS für eine Zusammenarbeit angeworben. Dem gegenüber habe ich mein schriftliches Einverständnis zur Zusammenarbeit erklärt.

Ich habe bis 1989, also auch während meiner Zeit als Sekretär für Kaderfragen beim Bezirksvorstand der LDPD, über Parteiangelegenheiten und Parteimitglieder im Rahmen meiner dienstlichen Tätigkeit an das MfS berichtet.

Seit 1990 habe ich oft über meine vormalige Zusammenarbeit mit dem MfS nachgedacht und mit Freunden sowie in der Familie darüber gesprochen. Ich habe bis heute nicht den Mut gehabt, mich öffentlich mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Damit ist nun endlich Schluss! Mit ist bewusst geworden, dass mein damaliges Verhalten falsch war und ich dies als einen großen Fehler empfinde. Ich bitte um Entschuldigung bei all denjenigen, die Gegenstand meiner Berichterstattung waren und biete ihnen das Gespräch an. Ich bitte die Öffentlichkeit um Verständnis, dass ich mich seit Sonnabend nicht erklärt habe. Ich sah es als meine Pflicht an, mich erst gegenüber meinem Arbeitgeber, für den ich 24 Jahre gearbeitet habe, zu erklären.“ Schwerin, 21.10.2014
Michael Thomalla

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