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Mecklenburg-Vorpommern

22. November 2017 | 12:31 Uhr

Tierpensionen : Huta – die Hunde-Kita

vom

In Hundetagesstätten werden die Vierbeiner beschäftigt und können mit ihresgleichen spielen.

svz.de von
erstellt am 10.Aug.2014 | 22:14 Uhr

Hunde leben bei vielen Menschen als Familienmitglieder. Wenn die Eltern früh zur Arbeit gehen und die Kinder zur Schule oder Kita, geht der Hund in die Huta, die Hundetagesbetreuung. „Die Nachfrage steigt“, sagt Dagmar Copius, die in Admannshagen bei Rostock eine solche Huta betreibt.

15 Hunde hat Copius regelmäßig tagsüber, weitere fünf stehen auf der Warteliste, berichtet sie. Herrchen oder Frauchen kommen meist aus der Umgebung und fahren nach Rostock oder Bad Doberan zur Arbeit.  „Ein Hund sollte maximal sechs Stunden hintereinander allein sein“, meint Copius. Die Hunde hält sie gemeinsam, sie können aber beim Auslauf auf dem 10 000 Quadratmeter großen Gelände je nach Größe und Temperament auch getrennt werden. Zum Schlafen gibt es mehrere Räume.

Andreas Ridders und seine Freundin Karin Gebhardt betreiben in Prebberede bei Teterow im Nebenerwerb eine Tierpension. In der Sommerzeit tummeln sich dort überwiegend Urlaubshunde, sagt Ridders. Tagesgäste kämen weniger, weil der Ort entfernt von größeren Städten liege. Aber die Nachfrage nach guten Betreuungsplätzen steige. Gut sei, wenn sich die Hunde nach behutsamer Zusammenführung  auspowern könnten.  

Bei Friedrich Villwock in Sponholz bei Neubrandenburg ist jeder Hund separat untergebracht und hat sein eigenes Freilaufgelände. In der Urlaubszeit ist seine Pension mehr als voll. Fünf Hunde hat er regelmäßig in der Tagesbetreuung, dazu führt er eine Hundeschule. Sein Grundstück liegt fernab vom Dorf. „Sonst hätte ich gar keine Betriebsgenehmigung bekommen“, sagt er.

Dass Hutas auch mitten in der Stadt funktionieren, zeigen Franziska Kern und Carola Mertens in Schwerin. Sie führen ihre Hundepension francanis in einem Ladenlokal in einem Wohngebiet. In mehreren Räumen  dösen die Tagesgäste auf Sofas, schmusen mit den Betreuerinnen oder schauen neugierig um die Ecke, wer hereinkommt. André Nickel bringt seinen zweijährigen Labrador je nach Schichtarbeit von Herrchen und Frauchen meist zweimal pro Woche in die Huta. Charlie müsste sonst zwölf Stunden allein sein. Bei der Anschaffung des Tiers habe das Paar die Huta schon fest einkalkuliert, sagt Nickel. Die durchschnittlich 15 Stadthunde in der Tagesbetreuung werden mehrmals täglich spazieren geführt. Ein-, zweimal pro Woche gibt es einen Tobetag außerhalb der Stadt.

Kerstin Lenz, Vorsitzende des Tierschutzbundes MV, meint: „Hundebesitzer, die den ganzen Tag arbeiten, sind froh, wenn die Hunde am Abend richtig ausgepowert sind.“ Die Tagesbetreuung ist aus ihrer Sicht eine gute Sache, nicht nur, weil sie selbst  bei Demmin eine solche Einrichtung betreibt. Hunde seien zwar am liebsten mit ihrem „Menschenrudel“ zusammen, „aber 99 Prozent finden das hier nach ein paar Tagen Eingewöhnung richtig gut.“ Das Spielen mit Artgenossen könnten Menschen nicht ersetzen. Für Hunde sei es schlimm, nur dreimal am Tag eine Runde an der Leine Gassi zu gehen, ohne Kontakt zu anderen Hunden. Die Preise für die Tagesbetreuung variieren. Das günstigste Angebot – 8 Euro am Tag in Sponholz – ist nach Angaben Villwocks nicht länger zu halten. Ansonsten kostet ein Tag zwischen 10 und 19 Euro, Stammkunden erhalten oft Rabatte.

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