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Wirtschaft MV : Hunderte neue Jobs: Werften suchen Leute

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Mehr als 2000 Bewerbungen. Vielen Zulieferern laufen die Mitarbeiter weg.

svz.de von
erstellt am 14.Jan.2017 | 09:00 Uhr

Stellenboom in der Schiffbaubranche: Der Einstieg des malaysischen Genting-Konzern hat auf den MV-Werften in Wismar, Rostock und Stralsund sowie bei Zulieferern im Land das größte Jobprogramm der letzten Jahrzehnte ausgelöst. Buchhalter, Administratoren, Einkäufer, Ingenieure, Ausbilder, Konstruktionsplaner, Projektanten – mit knapp 50 Stellenangeboten werben allein die MV-Werften derzeit um Fachkräfte. Inzwischen seien 140 neue Leute eingestellt worden – vor allem für die Produktionsvorbereitung, erklärte Personalchef Björn Cleven. Die Werften hatten im Herbst eine Job-Offensive gestartet – 250 neue Mitarbeiter in sechs Monaten. „Wir sind mit dem Stand zufrieden“, meinte Cleven. Hunderte weitere neue Mitarbeiter würden in den kommenden Monaten noch hinzukommen. 200 neue Jobs sollen in einem neuen Werk zur Produktion der Kabinen für Kreuzfahrtschiffe entstehen. Der Andrang ist groß: Nach jahrelanger Krise hatten sich viele Schiffbauer in den vergangenen Jahren Jobs in anderen Schiffbaubetrieben in Norddeutschland und bei Zulieferern gesucht. Jetzt wollen viele zurückkehren. Die Bewerber laufen den MV-Werften die Personalbüros ein. Mehr als 2000 Bewerbungen würden auf dem Tisch liegen, erklärte Cleven. Mittelfristig wollen die Werften ihre derzeit 1500 Mitarbeiter zählende Belegschaft auf 3000 Beschäftigte verdoppeln, hatte das Unternehmen nach dem Start eines milliardenschweren Schiffbauprogramm angekündigt. Genting will in MV für 3,5 Milliarden Euro Passagierschiffe bauen. Schweißer, Elektriker, Maschinenbauer: Demnächst solle mit der Einstellung der Schiffbauer für die Fertigung begonnen werden, sagte Cleven.

Das sorgt für Gerangel in der maritimen Industrie: Die höheren Löhne auf den Werften ziehen Leute ab. Inzwischen hätten sich die ersten Beschäftigten in Zulieferbetrieben wegbeworben und bei den Werften vorgestellt, erklärte Thomas Kühmstedt, Vorstandschef des Zulieferer-Netzwerks Maza, gestern. Dennoch sorgt der Schiffbauboom auch bei den Zulieferern für Stellenzuwachs: Mehr als 500 neue Jobs sollen in den kommenden vier Jahren entstehen, kündigte das Zuliefer-Netzwerk Maza an. Dazu sollen zusammen mit Kammern, Werften, Land und Zulieferern die Lehr- und Verbundausbildung sowie das Duale Studium neu organisiert werden, sagte Kühmstedt. Außerdem solle zusammen mit dem Landesmarketing in anderen Regionen Deutschlands um Fachkräfte für die maritime Industrie in MV geworben werden.

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