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Stralsund : Hunderte Menschen für und gegen Mvgida

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In Stralsund kamen mehr Menschen zur Mvgida-Demonstration als zu den Gegenveranstaltungen. Ministerpräsident Sellering warf dem Pegida-Ableger vor, ein rechtsextremes Süppchen zu kochen. Politiker fordern eine klare Distanzierung von Rechts.

svz.de von
erstellt am 19.Jan.2015 | 19:08 Uhr

Mehrere hundert Menschen haben in Stralsund für Toleranz und Weltoffenheit demonstriert und sich teilweise einem Aufzug der islamkritischen Bewegung Mvgida entgegengestellt. „Wir dürfen in diesen Zeiten die Straßen und Plätze nicht denen überlassen, die ihr rechtsextremes Süppchen kochen und das Klima vergiften“, sagte Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) am Montagabend. Es sei ein Gebot der Menschlichkeit, Flüchtlinge aufzunehmen. „Wir müssen das aber auch gut machen“, mahnte Sellering.

Mit der Kundgebung und einer Menschenkette reagierten die rund 400 Teilnehmer auf einen „Abendspaziergang“ des islamkritischen Pegida-Ablegers Mvgida. Zu dem hatten sich nach Polizeiangaben gleichzeitig rund 600 Menschen - überwiegend junge Männer - zusammengefunden. Einige führten Plakate mit Slogans wie „Asylbetrug stoppen“ oder „Deutschsein ist kein Verbrechen“ mit sich. Unter den Demonstranten, die „Wir sind das Volk“ skandierten, befanden sich auch mehrere Landtagsabgeordnete der rechtsextreemen NPD.

Eine Frau, die mit ihrem Ehemann am Demonstrationszug teilnahm, sagte, sie habe nichts gegen Ausländer. Sie habe aber das Gefühl, von der Politik nicht gehört zu werden. „Ich bin für ein buntes Deutschland, aber gegen Sozialmissbrauch.“ Experten gehen davon aus, dass die Pegida-Bewegung in Mecklenburg-Vorpommern von Rechts dominiert wird.  Gegendemonstranten hielten mit einer Sitzblockade die Mvgida-Aktion zeitweise auf. Die Blockade wurde von der Polizei, die in Stralsund mit mehreren hundert Kräften im Einsatz war, geräumt. Nach Angaben der Polizei gab es bis zum frühen Abend keine Festnahmen oder Verletzte.

Sellering hatte in seiner Rede an den Zusammenhalt in der Gesellschaft appelliert. Einen Dialog mit den Mvgida-Demonstranten lehnte der Ministerpräsident aber ab. Dies seien Menschen, die ihr rechtsextremes Süppchen kochten, sagte er. Wer aber ernsthafte Sorgen habe, könne seine Bürgersprechstunde besuchen und mit ihm reden.  Der Fraktionschef der Grünen, Jürgen Suhr, verlangte eine klare Distanzierung der Mvgida-Bewegung von Rechts. Nur unter dieser Voraussetzung könne es auch einen Dialog geben.

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