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Rostock : Hunderte Menschen demonstrieren gegen geplanten NPD-Aufmarsch

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Unbekannte setzten im Bereich des Holbeinplatzes mehrere Güterwaggons in Brand. Auch ein „sprengstoffähnlicher Gegenstand“ wurde gefunden.

svz.de von
erstellt am 01.Mai.2014 | 14:43 Uhr

Im Rostocker Stadtteil Groß Klein haben am Donnerstag mehr als 800 Menschen gegen einen geplanten NPD-Aufmarsch demonstriert. Sie versammelten sich am Vormittag, ehe sich die Demonstration gegen 12.45 Uhr auflöste. Viele der Teilnehmer wollten anschließend zurück in die Innenstadt gehen. Der S-Bahn-Verkehr von der Innenstadt nach Groß Klein wurde am Vormittag eingestellt.

Nach Polizeiangaben setzten Unbekannte im Bereich des Holbeinplatzes mehrere mit Holz beladene Güterwaggons in Brand. Möglicherweise sollte so die Anreise von NPD-Sympathisanten verhindert werden. Rund 200 Rechtsextremisten stehen in der Folge seit etwa 11 Uhr am Hauptbahnhof. Nach Polizeiangaben soll ihnen eine Ersatzroute für den geplanten Aufmarsch angeboten werden. An einer zentralen Brücke in der Stadt wurde laut Polizei ein „sprengstoffähnlicher Gegenstand“ gefunden. Die Brücke wurde daraufhin gesperrt, um den Gegenstand zu überprüfen.

Der geplante NPD-Aufmarsch sollte eigentlich um die Mittagszeit beginnen. Im gesamten Stadtgebiet sind 25 Gegendemonstrationen angemeldet worden. Unklar ist, wie viele Demonstrationen tatsächlich stattfinden. Das Oberverwaltungsgericht Greifswald hatte das geplante Demokratiefest mit mehreren Hundert Teilnehmern in Groß Klein verboten. Ein Demonstrationszug vom nahen Bahnhof Lichtenhagen nach Lütten Klein von 10 Uhr an war mit der Auflage genehmigt worden, dass die Demonstranten bis 12 Uhr Groß Klein verlassen. Die Polizei forderte alle Beteiligten zu friedlichen Kundgebungen auf. „Wir werden konsequent gegen Gewalttäter vorgehen“, twitterte die Polizei.

Der Pastor der Innenstadtgemeinde Rostock, Tilman Jeremias, rief vor Beginn des Aufmarsches zu friedlichen Protesten auf. Er warb bei einer Friedensandacht in der Petrikirche für eine offene Gesellschaft. Der 1. Mai sei ein Tag, an dem die Würde des Menschen im Mittelpunkt stehe. Er sei ein Feiertag für Familien und Gewerkschaften und werde von den Extremisten missbraucht.

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