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Stralsund : Hunderte demonstrieren gegen NPD-Aufmarsch

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Nach Polizeiangaben blieb es „weitestgehend friedlich“.

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erstellt am 12.Okt.2014 | 15:46 Uhr

Mehrere hundert Menschen haben in Stralsund gegen einen Aufmarsch der rechtsextremen NPD demonstriert. Mit Mahnwachen, einem Bürgerfest und einem Friedensgebet wollte ein Bündnis von Parteien, Vereinen und Initiativen am Samstag zeigen, dass in der Hansestadt Rechtsextremismus keinen Platz hat.

Nach Polizeiangaben blieb es „weitestgehend friedlich“. Mit Sitzblockaden versuchten rund 300 Menschen, den NPD-Aufmarsch zu verhindern. Die etwa 70 NPD-Anhänger mussten ihre Route durch die Stadt mehrfach ändern. In der Jakobikirche lud unter dem Motto „Nazifrei und Spaß dabei“ ein Demokratiefest zu friedlichem Protest ein. In der Marienkirche versammelten sich Menschen zu einem ökumenischen Friedensgebet. Fünf Menschen - drei aus dem rechten Spektrum sowie zwei Gegendemonstranten - wurden kurzzeitig festgenommen. Ermittelt wird wegen der Verwendens von Kennzeichen verfassungsfeindlicher Organisationen, des Verstoßes gegen das Vermummungsverbot und Körperverletzung. Ein Polizist sei mit Pfefferspray angegriffen worden, sagte eine Sprecherin. Rund 500 Beamte seien im Einsatz gewesen.

Die Bundestagsabgeordnete Sonja Steffen (SPD) kritisierte das Vorgehen der Polizei. Gegendemonstranten seien rüde zurückgeschubst worden, wo es gar nicht nötig gewesen sei. In dieser Situation habe die Polizei nicht deeskalierend, sondern eskalierend gewirkt. „Wir waren bemüht, auch bei Blockierungen deeskalierend zu wirken. Es kann sein, dass es im Einzelfall zu Situationen gekommen ist, in der das Einschreiten als eskalierend empfunden wurde“, sagte eine Sprecherin der Polizei am Sonntag.

Auch die Grünen im Landtag äußerten Kritik. Er habe kein Verständnis dafür, dass Teile der Polizei das Demonstrationsrecht eingeschränkt hätten und rücksichtslos gegen friedliche Demonstranten vorgegangen seien, sagte Grünen-Fraktionschef Jürgen Suhr.

Aus dem Lager der Gegendemonstranten gab es auch Kritik am Vorgehen der Polizei. So wurde etwa moniert, dass Beamte Teilnehmern mehrfach den Zugang zu angemeldeten Mahnwachen verweigert und Sanitäter an der Ausübung von Erster Hilfe gehindert hätten. Es habe teils massive „Grundrechtsverstöße seitens der Polizei“ gegeben.

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