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Drewitz : Hotel tritt aus Honeckers Fußstapfen heraus

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Wer in die erste deutsche "Viverde"-Hotelanlage der Tui-Gruppe kommt, ahnt nicht, dass er sich auf einem historisch bedeutsamen Gebiet befindet - dem ehemaligen Jagdsitz von Erich Honecker.

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erstellt am 17.Jun.2013 | 10:36 Uhr

Drewitz | Leise plätschern die Wellen des Drewitzer Sees am Bootshaus gegen das Ufer, Schwalben zwitschern, in den Baumkronen raschelt es. Wer in die erste deutsche "Viverde"-Hotelanlage der Tui-Gruppe kommt, ahnt nicht, dass er sich auf einem für Ostdeutschland historisch bedeutsamen Gebiet befindet - dem ehemaligen Jagdsitz von DDR-Staatschef Erich Honecker.

"Das ist Absicht, wir sind nicht mehr in den Fußstapfen Honeckers unterwegs", sagt Heike Gebauer. Die 42-Jährige von der Van-der-Valk-Gruppe im nahe gelegenen Linstow leitet den möglichst naturnahen Neustart für die einsam im Wald gelegene Anlage.

Knapp 24 Jahre nach der friedlichen Revolution, als im Herbst 1989 aufgebrachte Bürger die Jagdobjekte der SED-Funktionäre in der Müritz-Region stürmten, erinnert nur noch wenig an die Zeit der feudalen Jagden. "Wir lassen die Kutsche von Honecker noch stehen", sagt Gebauer. Auch der große Bronzehirsch vor dem äußerlich noch mondänen Jagdhaus bleibt. "Aber die Honecker-Suite belegen wir erstmal nicht." Und das alte Kino, in dem noch die DDR-Machthaber saßen, soll zu einem Fitnessraum umgebaut werden.

Historiker, wie der Rostocker Fred Mrotzek, mahnen aber einen behutsameren Umgang mit dem Schauplatz von DDR-Historie an. "Es wäre schön, wenn wir da einbezogen werden würden." Natürlich habe der Unternehmer freie Hand, da er auch das Risiko trage. Aber an so einem Schauplatz könne man die DDR-Geschichte plastisch erlebbar machen.

Rund eine Million Euro investiert die holländische Van-der-Valk-Gruppe in das Objekt, das Eigentümer Vincent van der Valk Ende 2011 für 3,4 Millionen Euro auf einer Zwangsversteigerung erworben hatte. Die Investitionen sind nötig, um Naturgenießer auf Vier-Sterne-Niveau zu begrüßen. Nach einer Reiseanalyse wollen 68 Prozent der Gäste in MV die Natur genießen, heißt es vom Landestourismusverband. Mit dem neuen Konzept werde ein wichtiger Trend aufgegriffen. Bisher gibt es solche "Viverde"-Hotels nur in Italien, Spanien und der Türkei.

Das abgelegene Ex-Jagdobjekt hatte den Vorbesitzer mit seiner "Jagd- und Naturparkresidenz" mangels Gästen in Finanzprobleme gebracht. Derzeit sei die Anlage zu rund einem Drittel belegt, sagt Gebauer. Noch läuft parallel dazu der Umbau. Am 28. Juni soll das meiste aber fertig sein: Dann gibt es einen "Tag der offenen Tür".

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