Seehotel in Sternberg pleite : Hotel insolvent – keine Hochzeit

Das Familienglück könnte so perfekt sein: Manon und Andreas Krämer mit ihren beiden Kindern Max (5) und Toni (1) wollten am Sonnabend im Sternberger Seehotel ihre Hochzeit feiern, doch daraus wird nichts.
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Das Familienglück könnte so perfekt sein: Manon und Andreas Krämer mit ihren beiden Kindern Max (5) und Toni (1) wollten am Sonnabend im Sternberger Seehotel ihre Hochzeit feiern, doch daraus wird nichts.

Manon und Andreas Krämer müssen Trauung und Hochzeitsfeier aufgrund einer Hotel-Pleite in Sternberg vorerst ausfallen lassen

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07. August 2015, 21:00 Uhr

Es sollte der schönste Tag des Jahres für den ehemaligen Bützower Andreas Krämer und seine Frau Manon werden, doch nach der Pleite des Vier-Sterne-Seehotels in Sternberg (wir berichteten), fällt ihre Hochzeitsfeier an diesem Sonnabend aus. Der Insolvenzverwalter werde keine weitere Veranstaltung im Seehotel Sternberg zulassen, heißt es in einer Mitteilung. „Das war natürlich ein großer Schock für uns“, sagt Andreas Krämer.

Dabei deutete sich das Unheil schon im Februar an, als die Krämers das erste Mal mit dem Hotel in Kontakt traten. „Zunächst hatten wir ein gutes Gefühl. Das Seehotel war das einzige Hotel, das noch 20 Zimmer frei hatte“, erklärt Andreas Krämer. Angesichts 100 geladener Gäste ein dickes Plus. Doch anschließend häuften sich die negativen Eindrücke. Erst ließ das Angebot für die Feier ewig auf sich warten, dann wechselte ständig der Ansprechpartner. „Es war nie perfekt, immer ein bitterer Beigeschmack dabei“, sagt Krämer, der sich auch aufgrund dieser Eindrücke nie dazu in hinreißen ließ, in Vorkasse zu gehen, obwohl die Verantwortlichen immer eine Anzahlung haben wollten.

Ausgerechnet in der heißen Phase der Hochzeitsvorbereitung haben die Krämers, die seit dem 20. Februar 2015 standesamtlich verheiratet sind und dieses Wochenende die Kirchenglocken läuten lassen wollten, vom am 27. Juli eingeleiteten vorläufigen Insolvenzverfahren des Seehotels gehört. „Wir waren immer in Kontakt“, sagt Andreas Krämer. Als es dann zu einem persönlichen Treffen kommen sollte, wurden sie allerdings kurzfristig versetzt. Das gleiche Dilemma drohte auch vor zwei Wochen beim zweiten Termin, doch diesmal ließ sich Krämer, der schon auf dem Weg von Hamburg nach Sternberg war, nicht abschütteln. Bei dem Treffen wurden erstmals vom neuen Hotelmanager Klaus Krense Bedenken geäußert, dass das Hotel die Hochzeitsfeier bewältigen kann. Doch der Manager kämpfte für die Feier und machte den Krämers Mut. „Wir hatten das Gefühl, dass sich jemand darum kümmert“, sagt Andreas Krämer. Beide Seiten hatten sich eine viertägige Deadline gesetzt, mit dem Ziel, dass die Hochzeitsfeier stattfindet. „Das versichere ich ihnen“, sagte Krense zu den Krämers.

Am Dienstag wurde der Bräutigam zunächst von seinen Eltern über die Berichterstattung unserer Zeitung informiert und telefonierte dann sofort mit dem Hotel – vergebens. „Der Hotelmanager war über Handy nicht mehr erreichbar“, so Krämer. Die Hiobsbotschaft erreichte ihn dann stattdessen per Mail. Alles in allem eine Riesenenttäuschung.

Viel Zeit zum Ärgern blieb den Krämers nicht, schließlich mussten alle Hochzeitsgäste informiert werden. „Viele haben ihren Urlaub nach der Feier ausgerichtet“, erzählt Krämer. Die Trauzeugin wollte aus Portugal anreisen, der Bruder des Bräutigams aus Frankreich. Außerdem waren Gäste u.a. aus Bayern und Baden-Württemberg, geladen. „Wir haben inzwischen alle erreicht“, sagt Andreas Krämer. Nun soll die Feier im Frühjahr 2016 an anderer Stelle nachgeholt werden – und dann auch die kirchliche Trauung.

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