zur Navigation springen

Kampagne in Rostock : Hotel-Ausbildung für Flüchtlinge

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Eine Kampagne in Rostock bringt Migranten und Arbeitgeber aus der Gastronomie zusammen

svz.de von
erstellt am 31.Mär.2017 | 06:25 Uhr

In Rostock hat gestern eine zwölfwöchige Kampagne der Arbeitsagentur begonnen, mit der Flüchtlingen eine Arbeitsaufnahme in einem regionalen Hotel oder Restaurant ermöglicht werden soll. Zunächst nehmen 15 Flüchtlinge daran teil, ihnen stehen 13 renommierte Gastronomie-Arbeitgeber gegenüber, die ihr Interesse an der Aktion bekundet haben. Die Kampagne soll mit dazu beitragen, dem Fachkräftemangel in der Branche entgegenzuwirken, sagte Irmhild Düwel, Geschäftsführerin des Aus- und Fortbildungszentrums Rostock.

Aktuell gebe es alleine in der Region der Arbeitsagentur Rostock rund 400 offene Stellen im Hotel- und Gaststättengewerbes. Landesweit waren es Ende Februar rund 1900. Ziel sei es, die Absolventen als An- und Ungelernte in einen sozialversicherungspflichtigen Job zu bekommen, erklärte Düwel. Es sei nicht auszuschließen, dass der eine oder andere ab September eine Ausbildung macht. „Wir brauchen sie“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Dehoga-Landesverbands MV, Matthias Dettmann, zu den künftigen Fachkräften. Die Hotels und deren Angestellten freuten sich auf die neuen Mitarbeiter.

Die meisten der Bewerber kommen aus Syrien oder Eritrea. Die Arbeitsagentur hatte eine Vorauswahl getroffen, um Flüchtlinge mit Vorkenntnissen in diesen Ausbildungsgang zu lotsen. Ausschlaggebend für die Auswahl waren neben Vorkenntnissen auch das Interesse an einer Beschäftigung in diesem Bereich.

Einer von ihnen ist der 24-jährige Syrer Wissam Dahdar, der vor eineinhalb Jahren als Flüchtling nach Deutschland gekommen ist. Er bringt beste Voraussetzungen für eine Anstellung in der Hotel- und Gaststättenbranche mit. „Ich habe in Syrien schon vier Jahre in der Branche gearbeitet.“ Zudem spricht er bereits sehr gut Deutsch.

„Für uns ist dieses Projekt ein Baustein, um unseren Fachkräftebedarf zu decken“, sagte Daniela Becker, Personalleiterin im Warnemünder Hotel „Neptun“. Natürlich könne nicht die ganze Hoffnung auf diese eine Kampagne gesetzt werden, letztlich sei die Integration nicht einfach. „Am Ende wird man sehen, ob es zwei oder drei Leute gibt, die uns unterstützen können.“ Minimalvoraussetzung für eine Anstellung sei das Beherrschen der deutschen Sprache. Das Hotel Neptun beschäftige rund 300 Menschen mit einem Anteil von acht Prozent Ausländern. „Wir integrieren schon ganz lange“, sagte Becker.

Wie die Chefin der Rostocker Arbeitsagentur, Anke Diettrich, betonte, sind alle Teilnehmer Kunden des Jobcenters. „Sie haben alle einen Aufenthaltstitel.“ Das seien in aller Regel diejenigen mit einer guten Bleibeperspektive. Es sei damit auszuschließen, dass sie von einer Abschiebung in ihre Heimatländer bedroht sind. In der Rostocker Arbeitsagentur seien insgesamt rund 2300 Migranten registriert, die für eine Arbeitsaufnahme in Frage kämen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen