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Massenkarambolage im Sandsturm : Horrorcrash auf A 19: Erster Prozess beginnt

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Fast fünf Jahre nach der Massenkarambolage ist eine 53-jährige Brandenburgerin angeklagt

von
erstellt am 15.Jan.2015 | 08:00 Uhr

Fast fünf Jahre nach der Massenkarambolage in einem Sandsturm auf der Autobahn A 19 beginnt heute vor dem Amtsgericht Rostock der erste Prozess. „Wir werfen der Frau fahrlässige Tötung zweier Menschen vor, sie hat nach unserer Auffassung gegen das Sichtfahrgebot verstoßen“, sagte Holger Schütt, Sprecher der Rostocker Staatsanwaltschaft, gestern gegenüber unserer Redaktion. Bei dem Unfall Anfang April 2011 waren acht Menschen getötet und 59 teilweise schwer verletzt worden.

Laut Staatsanwaltschaft soll die 53-jährige Angeklage aus Brandenburg an jenem 8. April auf der A 19 in Richtung Rostock unterwegs gewesen sein. Ohne die Geschwindigkeit den Verhältnissen anzupassen, sei sie nahe der Abfahrt Laage in die Sandsturmwolke hineingefahren. Dabei rammte sie mit hohem Tempo ein anderes Auto. Das Ehepaar in dem Fahrzeug verstarb am Unfallort.

Die Sichtbeeinträchtigung auf der Richtungsfahrbahn Rostock soll rechtzeitig vorher erkennbar gewesen sein. Die Sichtweite in der Sandwolke habe streckenweise nur drei bis fünf Meter betragen. Andere Verkehrsteilnehmer verringerten die Geschwindigkeit deutlich, zum Teil bis auf Schrittgeschwindigkeit, einige hielten auf dem Standstreifen, heißt es in der Anklage.

Die Angeklagte hatte einen Strafbefehl über neun Monate Haft auf Bewährung bekommen und dagegen Einspruch eingelegt.

In den schrecklichen Massenunfall waren 85 Fahrzeuge verwickelt. An dem Tag war es bei trockener Witterung und bei Windböen bis Stärke acht zu Sandstürmen gekommen.

Wie Holger Schütt weiter mitteilte, hat die Staatsanwaltschaft nach aufwendigen Ermittlungen im Zusammenhang mit der Massenkarambolage gegen insgesamt vier Personen Strafbefehle wegen fahrlässiger Tötung beim Rostocker Amtsgericht beantragt. Zwei weitere Strafbefehle ergingen wegen fahrlässigen Gefährdung des Straßenverkehrs und einer wegen fahrlässiger Körperverletzung. Gegen die sieben Strafbefehle sollen drei Beschuldigte Einspruch eingelegt haben. Deshalb wird es vermutlich neben der heute beginnenden Verhandlung zwei weitere Prozesse geben.

Insgesamt hatte die Staatsanwaltschaft wegen des Massenunfalls gegen 18 Autofahrer ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, davon wurden 11 eingestellt, weil ein strafbares Verhalten nicht nachgewiesen wurde.

 

 

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