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Das Wetter spielt verrückt : Horror- oder Hurra-Sommer

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Das Wetter spielt verrückt, da sind sich die meisten Experten einig. Doch steht nun unser Sommer auf dem Spiel?

von
erstellt am 29.Mai.2015 | 12:00 Uhr

Sonne, Wolken, Sonne, Wolken – irgendwie kann sich das Wetter nicht entscheiden. Die Höchsttemperaturen liegen zwischen 15 bis 18 Grad. Frühlingsgefühle kommen da nicht auf. An eitel Sonnenschein ist gar nicht zu denken. Kein Wunder, dass in vielen Wohnungen noch die Heizkörper brummen. Kollegen, die schon jetzt in Sandaletten kommen – „ab Mai trage ich nie Socken“ – ernten mitleidige Blicke. Und wie geht es weiter? Die aktuellen Wetterprognosen sehen genauso aus, wie der Himmel: durchwachsen.

Wer morgen vor die Tür muss, sollte auf jeden Fall zum Knirps greifen. Es herrscht Schietwetter, wie der Norddeutsche sagt: Regen, Wolken und starker Wind. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt vor allem im Küstenumfeld vor Gewittern und das bei Temperaturen zwischen 13 und 17 Grad. Am Sonntag dann können Gartenfreunde und Frischluftfanatiker kurz aufatmen. Für ein paar Tage hält der Sommer, naja sagen wir Frühling, Einzug. Höchsttemperatur 19 Grad. Aber nur kurz. Denn Ende nächster Woche sollen die Temperaturen laut DWD wieder sinken. Bekommen wir in diesem Jahr gar keinen richtigen Sommer mehr?

„Das aktuelle Wetter ist überhaupt nicht normal. Die Kontinuität in den Wetterperioden, wie wir sie früher hatten, ist durcheinander geraten. Eigentlich hätten wir in den letzten Tagen, nach den Eisheiligen vom 11. bis 15. Mai, ein Hoch haben müssen“, meint der Rostocker Meteorologe Dr. Reiner Tiesel, der für uns regelmäßig Wettervorhersagen trifft. In den vergangenen Tagen musste sich MV mit lediglich 15 bis 16 Grad begnügen – viel zu kalt. Laut Deutschem Wetterdienst müssten jedoch aktuell zwischen 20 bis 22 Grad herrschen.

Schon vergangenes Jahr hatten wir ein ähnlich schlechtes Wetter um diese Zeit. Wirklich? War es zu Pfingsten nicht super heiß, fragt sich jetzt der ein oder andere und denkt dabei sicher an seinen ersten Strandbesuch zurück. Stimmt. Doch Pfingsten begann 2014 erst am 6. Juni. Nichts mit: „Im letzten Jahr war alles besser.“

Früher aber schon. Tiesel beobachtet seit 40 Jahren den Himmel über MV. Er ist sich sicher: „Unter dem Klimawandel leiden wir genauso, wie alle anderen.“ Seit 1988 hätte sich der Jahresmittelwert in MV um rund 0,5 Grad erhöht. Der Winter wird wärmer, der Sommer insgesamt milder. Was erst einmal wenig klingt, hat große Folgen, wie Unwetter in den letzten Wochen zeigten – siehe Bützow.

Kleine Tornados hätte es schon immer gegeben, auch in MV. Doch die Anzahl würde immer mehr zunehmen, befürchtet Tiesel. Stürme, die sich dann auf der Ostsee entwickeln, würden auch vermehrt auf Küstengebiete greifen. Doch damit nicht genug. Der Meteorologe warnt auch vor Dürren oder Überschwemmungen wie im Jahr 2013.

Doch wie steht es nun um unseren Sommer? Der Meteorologe Dominik Jung von wetter.net warnt vor einem Gruselsommer mit April-Wetter. Doch der DWD gibt Entwarnung: „Es wird sogar eher zu warm, als zu kalt“, meint der Sprecher Uwe Kirsche. Nach der Betrachtung der aktuellen Ergebnisse der saisonalen Wettervorhersage (www.dwd.de) liegt die Wahrscheinlichkeit eines überdurchschnittlich warmen Sommers bei knapp 50 Prozent. Die Wahrscheinlichkeit eines „kühlen“ Sommers liegt deutlich unterhalb der Zufallstrefferquote von 33 Prozent. Jedoch warnt der DWD: Der Jahreszeitentrend biete lediglich eine Orientierungshilfe, ob eine bestimmte Phase tendenziell eher wärmer oder kühler als im langjährigen Mittel der Jahre 1981-2010 ausfallen wird. Das Ergebnis muss nicht auf jeden Fall zutreffen.

Bis der Sommer kommt, müssen Wasserratten wohl mit dem Schwimmbad vorlieb nehmen. Bisher blieb der große Ansturm auf die Badeanstalten im MV aber aus, ergab eine Umfrage unserer Zeitung. „Leider ist derzeit noch nichts von einem höheren Besucheransturm aufgrund des schlechten Wetters in unserem Hause zu spüren“, teilte beispielsweise Susanna Gammius von „Wonnemar“ Wismar mit. „Doch wenn das Wetter sich weiterhin auch über die Sommermonate so hält wie jetzt, dann wird es für uns ein super Sommer – mit vollem Hause. Ein milder Sommer hat durchaus einen positiven Einfluss auf unsere Besucherzahlen.“

Pech für die Freibäder. Auch in der Prignitz herrscht in den vier Badeanstalten gähnende Leere, selbst im beheizten Bad von Pritzwalk mit kuscheligen Wassertemperaturen von 19 Grad. „Die Luft ist einfach noch zu kalt“, meint Christian Maasch, Geschäftsführer der Prignitzer „Badewelt“. Doch nicht kalt genug, um die Schwimmhalle voll zu kriegen. „Erst wenn es richtig regnet, kommen die Leute“, so Maasch. „Die Besucherzahlen sind aktuell nur unwesentlich höher als sonst.“

Ob Hurra- oder Horrorsommer. Das Wetter bleibt unberechenbar. „Das ist doch auch das schöne“, meint Tiesel. „Wäre doch langweilig, wenn man das schon immer vorher wüsste, was in ein paar Monaten ist.“

Drinnen ist es trocken

Gerade bei Regen bietet es sich an, Unternehmungen nach Drinnen zu verlegen.  Wie wäre es zum Beispiel mit Ausstellungsbesuchen oder einem Gang ins Museum? Diese haben natürlich auch im Sommer geöffnet und bieten eine Möglichkeit, Interessantes und Wissenswertes zu entdecken. Die Themenbereiche sind vielfältig, also gibt es für jeden etwas zu bestaunen. Unsere Tipps:

 Im Schiffbau- und Schifffahrtsmuseum in Rostock wird die Geschichte der Seefahrt an Bord eines Schiffes erlebbar. In den Staatlichen Museen in Schwerin und Ludwigslust sind die Schlösser, vier Museen und eine Sammlung zu besichtigen. Wer es bei Regenwetter trotzdem kühl mag, kann nach Rövershagen in Karls Eiswelt fahren und sich die dort erschaffenen Kunstwerke ansehen.

Zum Aufwärmen

Wenn unterwegs der Hunger kommt, muss es nicht immer die Currywurst mit Pommes sein.  Stattdessen lohnt es sich, auch mal das Essengehen zum Besonderen zu machen. Ein weiterer Vorteil: Im Restaurant ist es warm und trocken. Das muss nicht immer der Kakao oder Latte Macchiato im Café sein. Unsere Tipps: Erlebnisgastronomie wird beispielsweise im „Stadtkrug“ Schwerin geboten. Beim Mittelalterschmaus wird an der Tafel gespeist, wie es damals schon die Ritter taten. Oder soll es Fisch sein? Im „Haffidyll“ in Rerik gibt es Haffschollen-Sattessen und der Poeler „Forellenhof“ wartet mit einer Erlebnisräucherei im maritimen Ambiente auf. Wer nicht unbedingt essen möchte, kann sich auch anschauen, wie Bier gebraut wird. Unter anderem ist das in der Schaubrauerei in Wittenberge möglich.

Zum Wohlfühlen

 Mocca-Muntermacher-Aufguss,  Mineralschlammanwendungen, Sanddornölmassage – hört sich gut an? Die Wellnessoasen in der Region bieten Erholung für jeden Geschmack. Ob bei einer Massage, im Sprudelbad oder in der Sauna – die Wärme tut besonders gut, wenn draußen der Regen prasselt. Tipp für Sparfüchse: Haben Sie schon einmal einen Massagesessel im Einkaufscenter ausprobiert? Für wenig Geld kann man sich da für zehn, 20 oder 30 Minuten durchkneten lassen. Der Wohlfühleffekt ist erstaunlich. Wer es noch billiger will, kann sich zu Hause seine eigene Oase schaffen. Bei einem heißen Bad ist das schlechte  Wetter  schnell vergessen. Duftkerzen und schöne Badezusätze und schon ist es wie im Wellnesssalon. Vielleicht kommt ja  der Partner und gibt eine Massage.

Toben mit Dach über’m Kopf

„Schlechtes Wetter gibt’s nicht, nur schlechte Kleidung“, hat schon Oma gesagt. Also Regensachen  an und raus geht’s. Den Knirpsen macht der Regen nichts aus. Im Gegenteil, sie werden Ihnen dankbar sein, durch die Pfützen springen zu dürfen. Wenn es jedoch zu schmuddelig wird, haben wir folgende Tipps:

Richtig austoben können sich die Kiddies auch in Indoor-Spielhallen, zum Beispiel im Kinderland Rostock oder im Wumbawu in Schwerin. Aktion garantiert gibt es auch im Kletterturm Wittenberge. Gemäßigter, aber genauso spannend kann es im Museum sein. Besonders beliebt bei Kindern ist das Ozeaneum in Stralsund. Oder waren Sie schon einmal im Natureum im Darßer Ort? Wer viele PS mag, sollte die Modelleisenbahn-Ausstellung des MEC Wismar im Phantechnikum besuchen.

 



 

 

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