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Mecklenburg-Vorpommern

23. November 2017 | 01:17 Uhr

Horror auf A19: Geisterfahrt im Lkw

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

56-Jähriger fährt bei Linstow zehn Kilometer in die falsche Richtung

von
erstellt am 07.Apr.2016 | 21:00 Uhr

Es ist ein kleines Wunder. Zehn Kilometer fuhr in der Nacht zu gestern ein Sattelzug auf der Autobahn 19 bei Linstow in die falsche Richtung. Er hätte bei der Baustelle auf der Petersdorfer Brücke die Orientierung verloren, gab der 56-jährige Fahrer später an. Dass niemand zu Schaden kam, ist pures Glück.

Wie die Polizei mitteilt, war der Mann aus Richtung Rostock unterwegs. Irritiert durch die Baustellenführung wechselte er von der Fahrspur nach Berlin nach links auf die Fahrspur nach Rostock. Auf der Brücke gibt es wegen der Baustelle nur zwei Fahrbahnen, aber keine physische Begrenzung dazwischen. Obwohl ihn andere Verkehrsteilnehmer mittels Lichthupe warnten, fuhr er zehn Kilometer weiter, bevor er auf Höhe des Parkplatzes Leizen wenden wollte. Dort stellten ihn die Beamten. Gegen den Fahrer wurde Strafanzeige wegen Gefährdung des Straßenverkehrs erstattet.

Doch die Situation hätte auch anders ausgehen können. Etwa 23 Menschen kommen im Jahr durch Falschfahrer ums Leben. Das ergab eine Studie des Automobilclubs ADAC. Demnach werden im Rundfunk jährlich mehr als 3    000-mal sogenannte Geisterfahrer gemeldet. In Mecklenburg-Vorpommern sind es mit 70 jedoch verhältnismäßig wenig. Zum Vergleich: In Bayern wurden knapp über 600 und in Nordrhein-Westfalen etwa 450 Falschfahrer gemeldet.

„In den neuen Bundesländern sind die Autobahnen moderner. Bei ihrer Konzipierung wurden die Auffahrten gleich so angelegt, dass die Fahrtrichtung nicht so leicht verwechselt werden kann“, sagt Christian Hieff, Pressesprecher vom ADAC. Doch irrtümliche Falschfahrten seien nicht immer die Regel. „Einen gewissen Anteil machen auch Suizidversuche und Mutproben aus.“ Bewusste Falschfahrten könne man nie ausschließen, meint Hieff. Daher sei es umso wichtiger, entsprechende Warnsysteme oder den Rundfunk im Fahrzeug eingeschaltet zu haben, um über Geisterfahrer rechtzeitig informiert zu werden.

 

Das sollten Sie tun, wenn ein Falschfahrer gemeldet wird:
• Geschwindigkeit verringern
• Warnblinklicht einschalten
• auf rechter Spur fahren
• Abstand zum Vordermann halten
• nicht überholen
• den nächsten Parkplatz ansteuern, bis die Gefahr vorbei ist


Sie sind versehentlich selbst zum Falschfahrer geworden:
• Warnblinklicht einschalten
• an den Fahrbahnrand fahren
• Fahrzeug dicht neben der Leitplanke abstellen
• hinter die Leitplanke stellen und Polizei zur Hilfe rufen

Quelle: ADAC


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