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Gewebespenden : Hornhautspenden retten Augenlicht

vom
Aus der Onlineredaktion

In MV werden sehr viel mehr Gewebe zur Verfügung gestellt als transplantiert

svz.de von
erstellt am 20.Mär.2017 | 05:00 Uhr

Nicht nur bei der Organ-, sondern auch bei der Gewebespende belegt Mecklenburg-Vorpommern im bundesweiten Vergleich einen Platz weit vorn. Die Zahl der hiesigen Gewebespender übertrifft die der Gewebeempfänger im Land bei weitem, wie aus Zahlen der Deutschen Gesellschaft für Gewebetransplantation (DGFG) hervorgeht. So wurden im vergangenen Jahr hierzulande an Kliniken in Rostock, Schwerin, Greifswald, Neubrandenburg und Demmin 151 Augenhornhäute transplantiert. Die übrigen der insgesamt 795 Hornhautspenden aus MV konnte die DGFG an Empfänger aus anderen Bundesländern vermitteln, wie Martin Börgel, Geschäftsführer der gemeinnützigen Gesellschaft, betont. Deutschlandweit läuft mittlerweile beinahe die Hälfte aller Gewebeentnahmen und -vermittlungen über die DGFG.

419 Spendern konnte im vergangenen Jahr hier im Land nach ihrem Tod Gewebe entnommen werden. Bundesweit zählt die DGFG jährlich zwischen 4000 und 4500 Gewebespender. Generell sei die Spendenbereitschaft in Ostdeutschland höher, so Börgel. Voraussetzung für eine Gewebespende ist die ausdrückliche Zustimmung des Spenders oder seiner Angehörigen.

Nicht nur Augenhornhäute, sondern auch andere Gewebe können transplantiert werden. Dazu gehören Weichteilgewebe, Haut, die Eihaut des Mutterkuchens (Amnion), Herzklappen und Blutgefäße. Auch Knochen – von lebenden Empfängern künstlicher Gelenke – zählen zu den dank des medizinischen Fortschritts möglichen Gewebespenden.

Gewebe werden laut DGFG weitaus häufiger transplantiert als Organe. So ist auch nicht die Verpflanzung von Nieren, sondern die der Augenhornhaut die häufigste und zudem die am längsten praktizierte Transplantation. Bereits seit mehr als 100 Jahren wird sie erfolgreich durchgeführt. „Eine Hornhauttransplantation ist immer die letzte Möglichkeit, um Patienten das Augenlicht zu retten“, sagt Prof. Dr. Frank Wilhelm, der maßgeblich am Aufbau der Schweriner Gewebebank beteiligt war und heute in Demmin tätig ist. Für eine Augenhornhautspende kämen selbst Brillen- oder Kontaktlinsenträger und Menschen mit einer Augenerkrankung in Frage. Der älteste Mensch, der über die DGFG Augenhornhaut gespendet hat, war bereits mehr als 100 Jahre alt.  
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