Arbeitsgemeinschaft „Junge Imker“ in Plau : Honig machen will gelernt sein

<fettakgl>Arbeitsgemeinschaft 'Junge Imker' in Plau,</fettakgl> angeleitet von Imker Reinhard Neumann (l.). Jasmin Nazir fegt die Waben ab und entfernt damit die Bienen und bereitet die Waben für die weiteren Arbeitsgänge vor. Foto: Michael-Günther Bölsche
Arbeitsgemeinschaft "Junge Imker" in Plau, angeleitet von Imker Reinhard Neumann (l.). Jasmin Nazir fegt die Waben ab und entfernt damit die Bienen und bereitet die Waben für die weiteren Arbeitsgänge vor. Foto: Michael-Günther Bölsche

„Fleißig wie die Bienen" - dieses geflügelte Wort kennen Jasmin, Chris, Ron und die anderen ganz genau. Sie und einige andere befassen sich mit der Imkerei unter der fachlichen Anleitung von Reinhard Neumann.

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12. Juni 2012, 10:29 Uhr

Plau am See | "Fleißig wie die Bienen" - dieses geflügelte Wort kennen Jasmin, Chris, Ron und die anderen bestens und sie wissen es ganz genau. Sie und einige andere befassen sich mit der Imkerei unter der fachlichen Anleitung von Reinhard Neumann. Dieses Angebot an die Schüler ist Teil der Jugendarbeit des Fördervereins des Bienenmuseums.

Seit etwa sechs, sieben Jahren leitet Neumann diese Arbeitsgemeinschaft, an der Mädchen und Jungen der fünften bis siebenten Klasse der Schule am Klüschenberg im Rahmen der Ganztagsschule teilnehmen. "Wir wollen bei ihnen zum einen das Interesse für die Imkerei wecken und zum anderen natürlich auch Wissen vermitteln und ihnen eine sinnvolle Beschäftigung bieten", sagt Neumann, der diese Arbeitsgemeinschaft gemeinsam mit dem Förderverein Bienenmuseum aus der Taufe hob und begleitet. Ganz ohne Hintergedanken findet das natürlich nicht statt. "Vielleicht wird der ein oder andere sich später an diese Zeit erinnern und dann als Hobby die Imkerei betreiben", hofft Neumann. Immerhin haben zwei Jugendliche bereits ernsthafte Ambitionen und einer von ihnen, Paul Koch in Barkow, betreibt mit seinem Vater bereits eine kleine Imkerei.

Alle zwei Wochen treffen sie sich auf dem kleinen Gelände zwischen Elde und Bundesstraße 191. Hier stehen ein Bienenwagen sowie ein Bienenhaus auf einer großen gemähten Wiese und überall schwirren die Bienen umher. "Jede Königin zählt zwischen 30 000 und 50 000 Bienen zu ihrem Volk und wir haben hier auf unserem Gelände sieben Völker", sagt Ron Baumgartner. Der Fünftklässler aus Appelburg ist seit Beginn des Schuljahres dabei und hat schon viel gelernt. "Wenn es 16 bis 20 Grad warm ist, dann fliegen die bis zu fünf Kilometer im Umkreis und sammeln den Nektar", berichtet er stolz und er weiß, dass in den Waben der Wasseranteil durch die Bienen von 80 auf 17 Prozent gesenkt wird.

Jetzt steht die Honiggewinnung auf dem Plan. Jasmin Nazir aus der Klasse 6b fegt mit einem Besen die Waben ab und vertreibt damit die Bienen und bereitet die Waben für die Weiterverarbeitung vor. Geschützt ist sie dabei, wie alle ihre Mitschüler, durch eine Imkerbluse mit einer Schutzhaube und Handschuhen. Zusätzlich bepustet sie die Waben mit Hilfe eines so genannten Smokers, an dem ein kleiner Blasebalg ist. Durch Weidenhölzchen, mitunter vermischt mit Kräutern des besseren Geruchs wegen, wird ein Rauch erzeugt, der die Bienen weniger angriffsfreudig macht und sie beruhigt. Wabe für Wabe nimmt sie aus den Magazinen und besieht diese sich genau. Im Nebenraum steht Chris Felsberg aus der siebenten Klasse. Er legt die Wabe auf ein Schräggestell und mit Hilfe einer Entdeckelungsgabel entfernt er das Wachs, mit dem die Bienen die Waben verschlossen hatten. Erst dann kann sein Mitschüler Paul Koch die Waben in die Honigschleuder stecken. Vorsichtig dreht er diese und durch die Fliehkraft wird der Honig herausgeschleudert und fließt langsam durch ein Sieb in den Honigtopf. "Das ist Rapshonig, der blühte hier auf den Nachbarfeldern", sagt Ron.

Aber nicht nur bei dieser praktischen Arbeit sind die Kinder zu finden, von denen sich der ein oder andere vorstellen könnte, irgendwann dieses Hobby vielleicht wieder aufzunehmen. Schließlich macht es Spaß und der Honig schmeckt einfach super, sind sich die Kinder einig. Viel Theorie und dass man mehr aus Honig machen kann, das lernen die Kinder direkt auf dem Hof von Reinhard Neumann. Hier werden auch Kerzen gedreht und Filme zum Thema Imkerei geschaut. Und die gefürchteten Stiche? "Klar, ab und zu stechen sie, aber das macht nichts mehr und außerdem sagt Reinhard Neumann immer, dass Bienenstiche gesund sind", meinen die Schüler und füllen den Honig in die Gläser.

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