Rehna erwägt Neubau : Holzwurm frisst sich durch die Sporthalle

Heinz Meyenburg tauscht Teile vom maroden Eichenparkett. Fotos: Volker Bohlmann
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Heinz Meyenburg tauscht Teile vom maroden Eichenparkett. Fotos: Volker Bohlmann

Unter dem Dach der Sporthalle der Schule Rehna geht es um sportliche Höchstleistungen. Darin scheinen aktuell die Holzwürmer den Akteuren auf dem Parkett in nichts nachzustehen. Die kleinen Tiere haben ganze Arbeit geleistet.

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27. Juli 2012, 11:33 Uhr

Rehna | Unter dem Dach der Sporthalle der Schule Rehna geht es um sportliche Höchstleistungen. Darin scheinen aktuell die Holzwürmer den Akteuren auf dem Parkett in nichts nachzustehen. Die kleinen Tiere haben ganze Arbeit geleistet, der Eichenholzfußboden gleicht momentan eher einem feinlöchrigen Käse. Parkettleger Heinz Meyenburg ist seit 1969 im Geschäft: "Aber so etwas habe ich in meiner Laufbahn noch nicht gesehen." Er versucht wenige Tage vor dem Schulstart zu retten, was noch zu retten ist, denn bei einer punktuellen Belastung wäre es nicht auszuschließen, dass das Stabparkett wegbricht. Was zu DDR-Zeiten 1978 mit Haltbarkeitsangaben von zehn bis 13 Jahren verlegt wurde, hat nach Ansicht von Schulleiter Uwe Seemann längst die Nutzungsdauer hinter sich. Das trifft ebenso auf die morschen und zerschlissenen Ballnetze zu. Dünn wie Papier scheint sogar die verrostete Brandschutztür. "Die müssen wir jetzt für rund 5000 Euro erneuern lassen", so Seemann. Teure Reparaturleistungen für einen Altbau, der nicht mehr die Normen einer modernen Sporteinrichtung erfüllt. Eine neue Halle wäre das Optimum, meint Schulleiter Seemann. Davon ist auch Bürgermeister und Schulverbandsvorsteher Hans Jochen Oldenburg überzeugt. Allerdings lässt sich solch ein Projekt nur mit staatlicher Förderung meistern. "Unsere Vorabplanungen sehen Investitionen zwischen 1,5 und zwei Millionen Euro vor", sagt Oldenburg. Da eine Sanierung der Kommune und dem Schulverband kaum günstiger komme, plädiert im Falle einer Projektumsetzung auch Seemann für einen Neubau. Übernehmen dürfe der Schulverband sich natürlich nicht, denn die Verbindlichkeiten aus dem Grundschulanbau und der Sanierung der Realschule von rund zehn Millionen Euro sind noch zu schultern, so Uwe Seemann.

Folglich setzt Oldenburg auf Gespräche und hofft auf Unterstützung durch die Landes- und Bundespolitik: "Vor wenigen Tagen haben wir das Vorhaben mit dem Bundestagsabgeordneten Hans-Joachim Hacker (SPD) erörtert. Vielleicht gelingt es uns auf Kreis-, Landes- und Bundesebene Unterstützung zu erhalten", sagt Oldenburg.

Planungen, die Sporthalle der Schule Rehna auf Wettkampfbedingungen unter anderem im Volleyball und folglich auf zwölf Meter Deckenhöhe sowie Zuschauerränge zu bringen, die liegen seit 1996 in der Schublade. "Damals waren 2,3 Millionen Deutsche Mark veranschlagt, heute würden wir die gleiche Summe in Euro zahlen müssen", so Seemann.

Trotz dieser finanziellen Hürde wollen die Rehnaer dran bleiben. Somit wird Parkettleger Heinz Meyenburg aus Lüblow weiter die von den Holzwürmern ausgehöhlten Parkettstücke auswechseln - damit Sportunfälle ausbleiben und der Schul- und Vereinssport in Rehna nicht zum Erliegen kommt.

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