Holzriese wankt an der Ostseeküste

Die Kurzarbeit ist bei  Klausner  vorerst beendet.  Aber die Geschäftsführung sieht die gefahr noch nicht gebannt.dpa
Die Kurzarbeit ist bei Klausner vorerst beendet. Aber die Geschäftsführung sieht die gefahr noch nicht gebannt.dpa

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01. Februar 2010, 09:48 Uhr

Wismar | Norddeutschlands größtes Holzzentrum in Wismar wankt weiter im Sturm: Mit der US-Finanz- und Immobilienkrise brach nicht nur beim Sägekonzern Klausner, Deutschlands Nummer eins für Nadelschnittholz, ein Großteil des Absatzes weg. Die Krise erschütterte das gesamte Holzcluster.

Die Gefahr sei noch nicht gebannt, heißt es aus den Unternehmen. Doch immerhin ging zum Jahreswechsel bei Klausner Nordic Timber (KNT) Wismar die rund einjährige Kurzarbeit zu Ende, von der alle Mitarbeiter in unterschiedlichem Maß betroffen waren, wie die Sprecherin der Gruppe, Anne Leibold, sagt. Rund 300 Mitarbeiter schneiden am Standort jetzt wieder in vier Schichten Kiefern- und Fichtenstämme ein. Nach dem Produktionsrückgang um 40 Prozent 2009 gegenüber 2008 solle die Kapazität des Werks bis zu 80 Prozent ausgelastet werden.

Zu Klausners Großkunden in Wismar gehört das Leimbinderwerk Hüttemann. Dem Unternehmen mache die Krise zu schaffen, sagt Geschäftsführer Mathias Herbst-Hüttemann. Vom früheren Hauptlieferanten Klausner komme immer weniger Rohware, seine Hobelbretter kaufe Hüttemann jetzt zu einem Großteil rund um die Ostsee ein. Zugleich sei die Zahl der Mitarbeiter bei 180 und die Produktion im Wesentlichen stabil geblieben, der Umsatz aber wegen rückläufiger Preise gesunken.

Klausners Nachbar und Bezieher von Hackschnitzeln und Sägespänen, der Faserplatten- und Laminathersteller Egger, ist verhalten optimistisch für 2010, wie Sprecher Matthias Keuthen mitteilte. Der Bereich Konstruktionsholz für Laminat-Unterbauten entwickle sich derzeit positiv, was sich aktuell in längeren Lieferzeiten niederschlage, hieß es. Egger beschäftigt in Wismar rund 750 feste Mitarbeiter. Die Zahl der Leiharbeiter sei reduziert worden. Der Umsatz der Gruppe ging 2008/09 auf 1,5 Milliarden Euro (Vorjahr: 1,64 Mrd. Euro) zurück.

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