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Einträgliches Geschäft in Dragun/Gostorf : Holzernte läuft auf Hochtouren

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Noch herrscht Stille im Wald bei Dragun. Plötzlich dröhnt ein Motor, die andächtige Stille des Forstes ist gestört. "Das ist unser Kleinholzrücker", sagt der Botelsdorfer Revierförster und lacht. "Wir haben jetzt Hochsaison..."

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erstellt am 09.Mär.2012 | 12:17 Uhr

Dragun/Gostorf | Noch herrscht Stille im Wald bei Dragun. Nur der Wind pfeift durch die Bäume, hier und da krächzt ein Rabe. Plötzlich dröhnt ein Motor, die andächtige Stille des Forstes ist gestört. "Das ist unser Kleinholzrücker", sagt Ronald Fass, der Botelsdorfer Revierförster und lacht. "Wir haben jetzt Hochsaison beim Holzschlag." Die große Maschine holt mit Hilfe eines Greifarms das frisch geschlagene Holz aus dem Wald und schleppt es zum Wegesrand. Hier lagern bereits et liche dicke Stämme. Frisch geschlagene Buchen, Kronen- und Stammholz. "Die hier aufgestapelten Stämme werden an Firmen verkauft. Als Industrieholz. Sie werden für die Papierherstellung verwendet", sagt Fass. Der Revierförster nimmt eine drei Meter lange Messlatte und legt sie an einen der großen Stapel Buchenstämme. In der anderen Hand hält er eine Spraydose: "Ich messe jeweils drei Meter ab, markiere die Stelle an der ich aufgehört habe und legen dann die Latte neu an. So vermesse ich den gesamten Stapel", erklärt er. Industrieholz wie die dicken drei Meter-Stämme, werden stets als Raummeter gemessen und verkauft, sagt Fass.

Und das mit Erfolg: Holz hat sich zu einem regelrechten Verkaufsschlager entwickelt, bestätigt der Schönberger Forstamtsleiter Peter Rabe. Das Forstamt habe in den vergangenen Jahren mit einigem Gewinn gewirtschaftet, freut sich der Forstamtsleiter. Seit etwa drei Jahren herrschten im Forstamt finanziell gute Bedingungen. "Und auch die Nachfrage nach Brennholz ist in den vergangenen fünf bis sechs Jahren stetig angestiegen", sagt Peter Rabe. Rund ein Fünftel des im Schönberger Forstamt geschlagenen Holzes bliebe in der Region - als Brennholz. "Der Rest geht an die Wirtschaft. Zur Möbelplattenherstellung, in die Zellstoffindustrie oder wird in Wismar zu Pellets verarbeitet", sagt Rabe.

Bei der Pflege der rund 13 700 Hektar Wald, die dem Schönberger Forstamt zu zu rechnen sind, setzten Rabe und seine Kollegen auf nachhaltige Bewirtschaftung der Forste: "Nachhaltig heißt, dass nicht mehr geschlagen wird, als nachwächst", erklärt der Fachmann. Alle zehn Jahre werden die Bestände neu aufgenommen und dann ein Plan zur Bewirtschaftung aufgestellt. Der laufende Plan des Forstamtes sieht vor, dass 300 000 Festmeter Holz während der kommenden zehn Jahre zu schlagen sein werden. "Diese 300 000 Festmeter werden auf den gesamten Zeitraum aufgeteilt, damit der Wald einen Chance hat, nachzuwachsen", erläutert der Forstamtsleiter.

Auch der Wald bei Dragun ruht jetzt erst einmal wieder, sagt der Revierförster Ronald Fass. Nach den nun abgeschlossenen Arbeiten, werde hier in den kommenden zehn Jahren kein Holz mehr geschlagen. "Die Bäume bekommen jetzt wieder genug Licht, und haben die Chance gut nachzuwachsen", so Fass.

Der Kleinholzrücker tritt den Rückzug an und wechselt in ein anderes Revier, um dort die Stämme aus dem Wald zu holen. Lediglich zwei eigene Maschinen setzt das Forstamt noch ein: den Kleinholzrücker und einen größeren Langholzrücker. "Wir schaffen es nicht mehr die große Menge an Holz selbst zu schlagen", sagt Forstamtsleiter Rabe. Deshalb setzen er und seine Mitarbeiter zunehmend auf Unternehmen, die sie mit der Aufgabe betreuen, das Holz aus dem Wald zu holen.

Wenn die großen Maschinen und mit ihnen die Waldarbeiter den Forst verlassen haben, können die Bürger der Region kommen und sich ihr Brennholz selbst schlagen, sagt Rabe. Der Vorteil: "Der Meter Holz ist dann um einiges günstiger, als wenn wir es schlagen", so Rabe. Doch einfach in den Wald marschieren, sich einen Baum aussuchen und diesen schlagen, das sei nicht erlaubt, so der Forstamtsleiter. Wer sein Holz selbst schlagen möchte, melde sich bei dem zuständigen Revierförster an, bittet Rabe. Und derzeit klingeln die Telefone beständig, so viele Nachfragen gebe es. "Außerdem braucht man, um bei uns Holz zu schlagen, einen Motorsägenschein und entsprechende Schutzkleidung", sagt Rabe. "Motorsägen sind nämlich kreuzgefährlich." Deshalb achten der Forstamtsleiter und seine Kollegen penibel darauf, dass ein Motorsägenschein vorhanden ist. Lehrgänge bietet das Forstamt an. Wer Interesse an einem Motorsägenkurs hat oder selbst Holz schlagen möchte, der kann sich an Peter Rabe oder an einen den zuständigen Revierförster wenden. Die Adressen und Telefonnummern sind unter www.wald-mv.de zu erfahren.


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