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Mecklenburg-Vorpommern

18. November 2017 | 17:09 Uhr

Sommertour : Holz, Metall und Äpfel

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Verein Rothener Hof bietet Schönes und Ausgefallenes für jedermann / Teil 8 unserer Sommerserie

Hier ist immer „Kunst offen“. Während andere Ateliers ihre Türen nur zu Pfingsten öffnen, können Besucher den Kunsthandwerkern auf dem Rothener Hof, gelegen zwischen Sternberg und Güstrow, viel öfter über die Schultern schauen.

Eine der schönsten Alleen des Landes führt nach Rothen hinunter, eine Kopfsteinpflasterstraße direkt zwischen Kornfeldern hindurch, in der Ferne glitzert der See. Dann ist da das Dorf zum Wohlfühlen. Und das liegt nicht nur an der Kneipe „Zur Rothen Kelle“, in der es Kaffee und Torte, Essen und Eis gibt.

„Wir sind der Beweis, dass ein Miteinander von Alteingesessenen und Zugezogenen funktionieren kann“, sagt Tischlerin Ulrike Steinhöfel. „Das geht nur, wenn man nicht versucht, den Leuten etwas überzustülpen. Hier ist es langsam gewachsen.“

Inzwischen sind alle Häuser im Ort bewohnt. Die Rothener sind ein gemischtes Völkchen. Außer den Künstlern wohnen hier auch eine Hebamme, eine Reittherapeutin und ein Zauberer – aber auch ein Elektriker, Familien mit Kindern oder eine älteres Ehepaar, das die 93-jährige Mutter pflegt.

Daniela Melzig erschafft Bilder auf Glas, die sie „transparente Welten“ nennt, Takwe Kaenders arbeitet mit Metall. „Ich bin gebürtige Kölnerin, habe in Berlin gelebt, war in Magdeburg und Halle – weit weg also vom Dorfleben“, lacht sie. „Dabei ist es hier perfekt für mich: Ich konnte mir ein Wohnhaus leisten, eine Werkstatt aufbauen, meine Skulpturen hinstellen.“ Die stehen mittlerweile nicht nur in Rothen, sondern auch in Güstrow oder Laage. Denn die hiesigen Künstler verkaufen ihre Unikate gern – entweder an Besucher, die den Hof als Ausflugsziel gefunden haben. Oder an Auftraggeber.

Die Tischlerin Ulrike Steinhöfel hat gerade eine Kommode gebaut – aus einem Holzstamm, den der Kunde selbst mitbrachte. Ein paar hundert Meter weiter bieten Tine und Wolf Schröter in der ehemaligen Wassermühle exklusive Korbwaren, rustikale Holzmöbel und außergewöhnliche Textilien an. Außerdem präsentieren verschiedene Künstler dort in wechselnden Ausstellungen ihre Werke.
Die Künstler und Handwerker sind im Verein Rothener Hof e.V. aktiv. Er hat etwa 70 Mitglieder, die auch in Hamburg oder auf Sylt wohnen. Rothen hat ebenfalls 70 Einwohner. „Die meisten sind nicht Mitglied bei uns, aber viele sind aktiver dabei als die, die Beitrag zahlen“, erzählt Takwe Kaenders. Zusammen haben sie den Kuhstall gerettet und die „Rothe Kelle“ eröffnet. In einer Ausstellung finden die Besucher Arbeiten der Künstler. Die Gaststätte ist in der Saison jeden Tag von 12 bis 22 Uhr geöffnet – und das könnte sich in diesem Jahr bis November hinziehen. Denn im Herbst können Gärtner der Umgebung hier auf dem Hof Obst zu Most pressen lassen.

Höhepunkt wird der Markttag am 3. Oktober mit Handarbeiten, Kinderflohmarkt und Produkten aus der Region.






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