Grippewelle in MV : Hoher Krankenstand im Land

Grippewelle macht Verwaltungen und Kliniken in Mecklenburg-Vorpommern zu schaffen

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15. März 2018, 21:00 Uhr

Die Grippewelle in MV hat inzwischen auch Auswirkungen auf öffentliche Einrichtungen und Dienstleistungen. In Greifswald ist das Stadtarchiv gestern und heute wegen Krankheit der Mitarbeiter geschlossen. In der Stadtverwaltung in Stralsund sind nach Angaben eines Sprechers etwa elf Prozent der Mitarbeiter krank. Es hätten zwar alle Ämter geöffnet, es könne allerdings zu längeren Wartezeiten kommen. Einen ähnlichen Krankenstand habe es zuletzt Mitte Dezember gegeben. Die Krankenhäuser im Land sind stark belastet – einerseits mit Grippepatienten und andererseits mit Krankheitsfällen in der Belegschaft, wie der Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern, Wolfgang Gagzow, sagte. Die Kliniken könnten die Lage aber bisher meistern. Die Situation ist offenbar nicht so dramatisch wie in Schleswig-Holstein, wo planbare Operationen verschoben werden müssen.

Beispiel Universitätsmedizin Greifswald: Derzeit kommen nach Angaben der Einrichtung sehr viele grippegeschwächte Patienten oder Erkrankte mit grippalen Infekten ins Klinikum. „Die Universitätsmedizin kommt an ihre Kapazitätsgrenze“, sagte der Direktor der Klinik für Innere Medizin, Professor Stefan Felix. Meistens können die Erkrankten aber schnell wieder nach Hause.

Die diesjährige Grippe sei für junge Menschen nicht so gefährlich. Besonders gefährdet seien ältere und chronisch kranke Menschen sowie Patienten mit einer gestörten Immunabwehr, beispielsweise mit einer Krebserkrankung.

In den Schweriner Helios-Kliniken sind viele Intensivbetten mit Grippekranken belegt, wie ein Sprecher dort berichtete. Im Vergleich zur vorigen Grippesaison seien auch deutliche Einschnitte beim Personal zu spüren. Die Ausfälle könnten durch Mehrarbeit und den großen Einsatz der Verbliebenen kompensiert werden. Krankenhauspatienten seien um Verständnis gebeten worden, wenn sie etwas länger warten müssten.

Die Grippe- und Erkältungswelle macht sich auch in Lehrerzimmern bemerkbar. Es gebe zahlreiche Krankmeldungen, sagte ein Sprecher des Bildungsministeriums in Schwerin. Betroffene Schulen unternähmen alle Anstrengungen, den Unterricht abzusichern, etwa durch Klassenzusammenlegungen. Keine Schule oder Klasse sei geschlossen, betonte der Sprecher.

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