MV : Hohe Kosten durch illegale Graffiti

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Neue Strategien im Kampf gegen Schmierereien

svz.de von
20. Juni 2016, 05:00 Uhr

Illegale Graffiti kosten Mecklenburg-Vorpommerns Städte jährlich Zehntausende Euro. Rostock zum Beispiel gibt jedes Jahr für die Beseitigung von Schmierereien an öffentlichen Gebäuden Beträge im sechsstelligen Bereich aus. „Auch in Schwerin gibt es ein Kräftemessen mit den Sprayern“, sagt Stadtsprecherin Michaela Christen.

Gerade Unterführungen, Ampelanlagen und Eisenbahnübergänge seien beliebt. Obwohl Schmierereien von der Stadt schnell beseitigt würden, helfe das in vielen Fällen nichts. „Neue Graffiti kommen hinterher“, sagt Christen. Mit legalen Flächen und Projekttagen an Schulen geht Schwerin das Problem an.

Auch in Greifswald gibt es Schwierigkeiten mit den illegalen Malereien: 2014 mussten rund 13 500 Euro ausgegeben werden, um in insgesamt 27 Fällen Schmierereien zu beseitigen. Mit 24 Graffiti und etwa 12 000 Euro Entfernungskosten sei die Zahl im vergangenen Jahr leicht gesunken. Besonders beliebt seien neben Bahnhöfen mit ihren Unterführungen auch Radfahr- und Fußgängertunnel. „Problem Nummer eins sind die Hansa-Fans, die ihre Schmierereien an allen möglichen Stellen hinterlassen“, sagt Sprecherin Andrea Reimann. Auch in Rostock selbst seien die Fan-Graffiti um den Fußballclub Hansa Rostock problematisch, sagt die Koordinatorin des dortigen Präventionsrates, Marlen Schmidt. Zur Graffiti-Prävention in der Hansestadt gehörten Aktionstage, an denen jugendliche Straftäter im Rahmen ihrer Sozialstunden beschmierte Wände reinigten.

Mit dem Angebot legaler Flächen geht Greifswald einen anderen Lösungsweg. Da einige legale Wände abgerissen werden mussten, würden derzeit neue Flächen gesucht.

Wieder einen anderen Ansatz verfolgt die Hansestadt Wismar. Sie lässt gemeldete Graffiti an Verwaltungsgebäuden, Schulen und Sporteinrichtungen ausnahmslos und schnell beseitigen. Dabei kommen etwa zehn Einsätze pro Monat zustande, hieß es von der Stadtverwaltung. Diese hätten 2015 ungefähr 20 000 Euro gekostet. „Außerdem wird in einer separaten Arbeitsgemeinschaft mit Stadtwerken, Unternehmen und der Polizei das Thema besprochen“, sagt Sprecher Marco Trunk. Auch Rostock hat positive Erfahrungen mit der schnellen Beseitigung von Graffiti gemacht.

Neubrandenburg sei von einer vergleichsweise relativ geringen Belastung durch illegale Graffiti betroffen. Das sei jahrelanger verstärkter Prävention zu verdanken, sagt Stadtsprecherin Doreen Duchow.

Die Deutsche Bahn (DB) berichtet von einem starken Rückgang der Straftaten im Zusammenhang mit Graffiti an Zügen und Bahnhöfen. Diese seien im vergangenen Jahr um 30 Prozent auf 1100 Delikte zurückgegangen, so DB-Sprecher Burkhard Ahlert, zuständig für die Region Mecklenburg-Vorpommern. Das sei vor allem einer gestiegenen Präsenz von Sicherheitskräften und verstärkter Videoüberwachung zu verdanken.

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