Hofläden in MV : Hofladen Vorder Bollhagen: Bio-Ware vom Gutshof

Beantwortet im Hofladen Fragen zu allen Produkten: Ursula Schröder Fotos: Dörte Rahming
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Beantwortet im Hofladen Fragen zu allen Produkten: Ursula Schröder Fotos: Dörte Rahming

Johannes Lampen aus Vorder Bollhagen beliefert sogar das Nobelhotel Adlon in Berlin

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20. Mai 2019, 05:00 Uhr

Wenn die Gegend um Heiligendamm für mehrere Wochen von der Außenwelt abgeschnitten wäre – verhungern würde niemand. Denn auf dem Gut in Vorder Bollhagen gibt es Rinder, Schafe und Geflügel. Auf den Feldern wachsen Raps und Kartoffeln, Bienen liefern Honig, Hühner aus mobilen Stellen produzieren Eier – alles in Bio-Qualität. „Unsere Vielseitigkeit ist das Besondere“, sagt Johannes Lampen.

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Der Diplom-Agraringenieur leitet den Hof nahe Bad Doberan seit 2003. Pflanzenproduktion auf 770 Hektar um das Dorf herum, Tierzucht, Direktvermarktung. Zum Beispiel Kühe: „Junge Mastrinder, etwa zwei Jahre alt – das ist beste Fleischqualität“, schwärmt Lampen. Pro Jahr werden 30 Rinder direkt im Hofladen verkauft – zerlegt natürlich. „Außerdem haben wir mehr als 70 Mutterschafe, deren Lämmer verkaufen wir hier selbst oder an ein Restaurant in Berlin.“ Die Ziegen auf dem Hof seien eher Hobby, meint der Chef. „Die sind auch was für die Besucher, denn es sind aufgeweckte, kluge Tiere.“ Die Hühner leben in sechs mobilen Ställen – schon seit elf Jahren. „Wir waren damals die Ersten im Land, die damit angefangen haben. Inzwischen ist das ja schon fast ein Hype geworden.“ Die Tiere bewegen sich frei auf der Wiese, nach etwa drei Wochen ziehen sie mit ihrem rollenden Stall an einen neuen Stellplatz um. Viele ihrer Eier haben eine Reise nach Berlin vor sich: Das Hotel „Adlon“ bekommt jede Woche 1800 Stück. Den Rest gibt es im Hofladen zu kaufen. Manche der Tiere enden später dort als Suppenhuhn oder werden an Restaurants in Berlin verkauft. Auch Enten und Gänse werden auf dem Gut aufgezogen.

Johannes Lampen ist Landwirt mit Leib und Seele.
Johannes Lampen ist Landwirt mit Leib und Seele.
 

Auf den Feldern wächst unter anderem Bio-Raps. „Ich glaube, ich bin der Einzige in MV, der Bio-Raps anbaut“, meint Lampen. Seit 2018 hat er auch Mariendisteln – das mögen die Bienen, außerdem lässt sich daraus Öl pressen, ebenso wie aus dem Raps. Die hochwertigen Öle stehen ebenfalls in den Regalen des Hof-eigenen Ladens. „Wir verkaufen hier etwa 60 Prozent eigene Produkte“, sagt Lampen. „Ich glaube, es ist selten in MV, dass man so stark in der Direktvermarktung ist. Denn im Land werden zwar große Flächen bewirtschaftet und viele Tiere gehalten. Aber die Produkte werden meist woanders verkauft.“ Gemüse bekommt Lampen unter anderem aus dem nahe gelegenen Bastorf. Obst und Nudeln, Kaffee und Reis stammen aus dem überregionalen Naturkosthandel. „Wenn es aber einheimische Produzenten gibt, sind wir interessiert – zum Beispiel bekommen wir Käse aus Zandershagen bei Stralsund oder Brot aus Medewege bei Schwerin.“

Eigener Pavillon: der Hofladen von Vorder Bollhagen
Eigener Pavillon: der Hofladen von Vorder Bollhagen
 

Die Stammkunden kommen aus der Umgebung, aber es sind auch Urlauber darunter. „Die Verbraucher wollen wissen, woher die Produkte stammen. Außerdem können sie bei uns die Tiere im Auslauf sehen – das schafft Vertrauen. Dass alles Bio-Qualität hat, kommt dazu.“ Die Geschäfte laufen jedes Jahr um zehn Prozent besser, sagt Lampen.

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