Grand Hotel rechnet mit schwarzen Zahlen : Hoffnung in Heiligendamm

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Das Grand Hotel in Heiligendamm ist das Renommierobjekt der Branche. Seit 2012 muss jedoch ein Insolvenzverwalter das Haus verwalten. Jörg Zumbaum rechnet für das laufende Jahr mit einer positiven Umsatzentwicklung.

svz.de von
22. Januar 2013, 07:59 Uhr

Heiligendamm | Der Insolvenzverwalter des Grand Hotels in Heiligendamm, Jörg Zumbaum, rechnet für den weiteren Verlauf des Jahres 2013 mit einer positiven Umsatzentwicklung. "Wir haben dabei zwar keinen Gewinn, aber ein ausgeglichenes Ergebnis kalkuliert", sagte Zumbaum. Seit 1. Mai 2012 steht das Grand Hotel unter der Verwaltung Zumbaums, nachdem die Grand Hotel Heiligendamm GmbH & Co. KG von Investor Anno August Jagdfeld Insolvenz anmelden musste.

Mit Eintreten der Insolvenz konnte das Hotel ohne die früheren Belastungen beispielsweise durch das Abzahlen von Krediten betrieben werden. Zwar sei gleich nach Bekanntwerden der Schwierigkeiten die Zahl der Buchungen zurückgegangen, sie habe sich danach wieder stabilisiert. "Das Ende des Jahres 2012 war erstaunlich gut." Positive Zahlen seien von Bedeutung bei der Investorensuche. "Ein kühler Rechner will sehen, ob sich der Betrieb rechnet."

Zu seinen Bemühungen, den Komplex zu verkaufen, wollte er sich nicht äußern: "Wir haben mit vielen Leuten gesprochen und wir sprechen weiter mit ihnen", betonte er. Es gebe keinen Zeitdruck. Er zeigte sich zuversichtlich, bald eine Einigung mit Investor Jagdfeld zu finden. Dem gehören noch diverse Grundstücke auf dem Hotelgelände, Details wollte er nicht nennen. Jagdfeld hatte sich stets dagegen ausgesprochen, Teile des Hotelgeländes zu verkaufen.

Er wandte sich dabei gegen frühere Darstellungen, nach denen das Hotel in den zwei Vorjahren schwarze Zahlen geschrieben habe. Der Hotelbetrieb habe sicher operative Gewinne abgeworfen, aber nach Berücksichtigung von Zinsen und Abschreibungen waren diese aufgebraucht.

Zumbaum begrüßte die Entscheidung des neuen Beirats des Hotels, der Stadtvertreterversammlung von Bad Doberan zu empfehlen, dem Verkauf der Orangerie zuzustimmen. Einer der Bewerber ist die benachbarte Median-Klinik. Zumbaum wandte sich gegen Bedenken, dass Patienten der Klinik Hotelgäste stören würden. "Schon heute gibt es diese Begegnungen ohne jede Beeinträchtigung."

Die Geschichte des Grand Hotels

1996 erwarb die Investorengruppe Fundus (Düren/NRW) von Anno August Jagdfeld einen Großteil der zum Ostseebad Heiligendamm gehörenden Immobilien, die meisten von ihnen in sehr schlechtem Zustand. Seither wurden nach Angaben der Gruppe rund 200 Millionen Euro investiert. Der Betrieb des Grand Hotels wurde 2003 aufgenommen, ein Höhepunkt war die Ausrichtung des G8-Gipfels im Juni 2007. Trotzdem litt das Hotel von Beginn an unter einer zu geringen Auslastung. Rund 1900 Anleger hatten in den geschlossenen Immobilienfonds „Fundus 34“ 127 Millionen Euro eingebracht, im Jahr 2011 erfolgte ein 90-prozentiger Kapitalschnitt. Im Februar 2012 musste die Grand Hotel Heiligendamm GmbH & Co. Insolvenz anmelden.

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