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Mecklenburg-Vorpommern

18. Dezember 2017 | 08:07 Uhr

Halbzeit bei Blaubeer-Ernte : Hoffen auf Sonne

vom
Aus der Onlineredaktion

Die Blaubeerenanbauer in Mecklenburg-Vorpommern warten für die zweite Ernte-Hälfte auf mehr Sonne.

„Bis jetzt war der Ertrag gut, aber nun fehlt Wärme, damit die Beeren auch ein großes Fruchtvolumen entwickeln“, sagte der Geschäftsführer der Agrargesellschaft Chemnitz mbH bei Neubrandenburg Toni Jaschinski. Der Betrieb bewirtschaftet in Rottmannshagen an der Mecklenburgischen Seenplatte mit 21 Hektar eine der größten Blaubeerplantagen in Deutschland und beliefert viele Märkte und Handelsketten. Im ganzen Bundesland werden auf etwa 34 Hektar Heidelbeeren gewerbsmäßig angebaut.

„Etwa 25 Tonnen Beeren haben wir seit Juli gepflückt und vermarktet“, erklärte Jaschinski. Ziel seien diesmal 50 Tonnen. Der wechselhafte Sommer habe bisher wenig geschadet. „Die Preise sind mit sechs bis acht Euro pro Kilogramm auch stabil“, freute sich der Landwirt. Es habe Zeiten gegeben, wo nur 4,50 Euro gezahlt wurden. Damit die Saison auch effektiv bleibt, wäre ein guter Spätsommer nötig. Zuletzt seien die Nächte zu kalt und die Tage zu feucht gewesen. Die Wärme brauchen die Blaubeeren an den etwa 1,50 Meter hohen Kultursträuchern, um schnell und effektiv zu reifen.

Die riesige Plantage wird von rund 30 polnischen Saisonkräften bepflückt. Zudem hoffen Jaschinski und seine Mitarbeiter auch wieder auf mehr Selbstpflücker, die ihre Körbe füllen.

Für den Schutz der Beeren vor den in Schwärmen einfallenden Staren wird in Rottmannshagen in diesem Jahr erstmals eine Drohne in Form eines Greifvogels eingesetzt. Das läuft bisher sehr gut, erklärte der „Drohnen-Beauftragter“ und studierte Agrarwirt Martin Hörhold. Stare könnten die Drohne nicht von einem Adler unterscheiden und flüchteten, sobald die Drohne auftaucht. Auch danach wagten sie sich lange nicht auf die Plantage, zudem finden die Vögel viel Nahrung auf anderen abgeernteten Feldern. „Die Drohne hat einen großen Anteil daran, dass wir eine gute Ernte haben“, sagte Jaschinski. Und viel Glück hatten die „Spezialisten in Sachen Blaubeeren“ 2017 auch: Im Juli beschädigte ein Hagelschauer mit kirschgroßen Körnern viele Rapsfelder und Dächer in naher Umgebung bis nach Usedom – nur nicht in Rottmannshagen.

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