Fachkräftesicherung : Höherer Lohn lockt Pendler

Dicht gedrängt stehen Fahrgäste am 20.05.2015 im Hauptbahnhof in Hamburg neben einem einfahrenden Zug. Die Hansestadt gehört zu den wichtigsten Zielen für Berufspendler aus Mecklenburg-Vorpommern.
Dicht gedrängt stehen Fahrgäste am 20.05.2015 im Hauptbahnhof in Hamburg neben einem einfahrenden Zug. Die Hansestadt gehört zu den wichtigsten Zielen für Berufspendler aus Mecklenburg-Vorpommern.

Linke mahnt höhere Tarifbindung in MV an

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16. Oktober 2017, 06:00 Uhr

Mit Lohnversprechen und guten Worte lassen sich Berufspendler bislang nicht für MV zurückerobern: 2016 nahmen 74 200 Arbeitnehmer zum Teil lange Fahrstrecken in Kauf, um in einem anderen Bundesland zu arbeiten. Das waren nach Angaben des Statistischen Amtes 1500 mehr als im Jahr zuvor. Angesichts des in vielen Branchen sichtbaren Fachkräftemangels im eigenen Land sei dies genau die falsche Tendenz, sagte der arbeitsmarktpolitische Sprecher der Linksfraktion im Landtag, Henning Foerster. Der Landesregierung warf er vor, zu wenig für die Fachkräftesicherung zu tun.

Kritik übte der Oppositionspolitiker an der seiner Meinung nach mangelnden Erfolgskontrolle der Regierung für Rückholaktionen, erklärte er unter Hinweis auf die Antwort der Regierung auf eine Kleine Anfrage seiner Fraktion. Daraus geht hervor, dass die jährlichen Zuschüsse des Landes für die Rückhol-Agentur mv4you von knapp 150 000 Euro seit 2014 auf jährlich 95 000 Euro reduziert wurden.

Den Hauptgrund für die hohe Zahl von Pendlern sieht Foerster im großen West-Ost-Lohngefälle. So liegt der durchschnittliche Bruttomonatslohn im verarbeitenden Gewerbe in MV laut Statistikamt bei 2876 Euro, in Schleswig-Holstein bei 3393 Euro und in Hamburg gar bei 4111 Euro. „So lange das Lohnplus den Preis der Monatsfahrkarte drei oder auch fünf Mal übersteigt, nehmen Arbeitnehmer die längeren Wege in Kauf“, sagte Foerster.

78 Prozent des Bundesdurchschnitts erreichte das Lohnniveau 2016 in MV. Die Lohnangleichung komme seit Jahren nur im Schneckentempo voran, sagte Foerster und prangerte die geringe Tarifbindung im Nordosten an. „Einerseits klagen die Unternehmerverbände über fehlende Fachkräfte. Auf der anderen Seite öffnen sie den Firmen Schlupflöcher, indem sie ihnen auch Ohne-Tarif-Mitgliedschaften anbieten“, erklärte Foerster.

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