Güstrow : Höhere Tarife übertreffen Schmerzgrenze

Leuchert: „Ich sehe es als meine Aufgabe an, die Arbeit im neuen Landkreis effektiv zu gestalten und die internen Aufwände zu senken.“
Leuchert: „Ich sehe es als meine Aufgabe an, die Arbeit im neuen Landkreis effektiv zu gestalten und die internen Aufwände zu senken.“

„Die Tariferhebungen für den öffentlichen Dienst belasten den Haushalt des Landkreises bis über die Schmerzgrenze." Das betonte Landrat Thomas Leuchert im Verwaltungsbericht vor dem Kreistag.

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12. Mai 2012, 04:07 Uhr

Güstrow | "Die Tariferhebungen für den öffentlichen Dienst belasten den Haushalt des Landkreises bis über die Schmerzgrenze." Das betonte Landrat Thomas Leuchert (SPD) im Verwaltungsbericht vor dem Kreistag. Der Tarifabschluss bringt rückwirkend zum 1. März eine Erhöhung um 3,5 Prozent. Leuchert: "Effektiv steigen die Tarife für 2012 um 2,9 Prozent. Das heißt für den Kreishaushalt eine Mehrbelastung von etwa 1,5 Millionen Euro." Und: Zum 1. Januar und 1. August wird es in der zweijährigen Laufzeit weitere Anhebungen um je 1,4 Prozent geben. Als positiv sieht Leuchert, der bei den Tarifverhandlungen auf der Arbeitgeberseite saß, dass die Laufzeit nur zwei Jahre beträgt und dass der von den Gewerkschaften geforderte Sockelbetrag verhindert wurde. "Das hätte für einige Vergütungsgruppen durchaus einen zweistelligen Tarifanstieg bedeutet", so Leuchert.

Von zusätzlichen Belastungen für das Personal, so Leuchert, sei die Verwaltung beim Umsetzen der Kreisstrukturreform aber nicht nur finanziell betroffen. "Ich sehe es als meine Aufgabe an, die Arbeit im neuen Landkreis effektiv zu gestalten und die internen Aufwände zu senken" hob der Landrat hervor. Niemand könne allerdings erwarten, dass das innerhalb einer kurzen Zeit gelöst werden werde, denn sie betrifft viele Menschen persönlich. Leuchert: "Und ich sage es meinen Mitarbeitern immer direkt, dass sie nicht für ihre Existenz sondern für ihre Leistung entlohnt werden, die sich in den Dienstleistungen für die Bürger zeigt." In dem Zusammenhang betont er, dass es "ohne die Konzentration der Ämter nicht gelingen wird", hier optimale Ergebnisse "auf der Grundlage geltenden Rechtes" zu erzielen. Für den Landkreis heißt das im Verhältnis zum Kreistag, dass er "von seiner Aufgabenstruktur zu 90 Prozent eine staatliche Behörde ist", die der Fach- und Dienstaufsicht der Ministerien bzw. des Innenministeriums unterliegt. "Der Kreistag ist kein kleiner Landtag", schob Leuchert an dieser Stelle diesen Satz ein. Daher sieht Leuchert auch bei der Diskussion um die Hauptsatzung "keinen großen offenen Regelungsbedarf". Ein Beschluss zu der Hauptsatzung wurde Mittwoch von der Tagesordnung genommen. Sie soll auf der nächsten Sitzung beschlossen werden.

Leuchert betonte jedoch, dass er die Signale aus der Öffentlichkeit wahrnehme, die ihn darauf aufmerksam machen, dass die Verwaltung noch nicht in allen Bereichen einheitlich und mit dem geringsten Aufwand arbeitet. Der Landrat sagt aber, dass "Destruktivität einen nicht voranbringt und auch nicht Freude, vielleicht Schadenfreude, an dem, was noch nicht so gut gelingt".

Bei der Zentralisierung gehe die Verwaltung genau so voran. Dabei stehe grundsätzlich die Arbeitsfähigkeit der Ämter im Mittelpunkt, hob er hervor. "Dies findet naturgemäß nicht nur Zustimmung, da sind immer Emotionen im Spiel", meinte er. Die Aufgabe sei jedoch die Sacharbeit und die Konzentration auf die Leistungen. Leuchert: "Hier wollen wir in Zukunft wieder den hohen, zuverlässigen Standard erreichen, den Sie zu recht von uns erwarten. Die Arbeit wird aber von Menschen gemacht. Und es ist einfach eine Tatsache, dass es kein reibungsloser Prozess ist, mit ca. 700 Mitarbeitern neue Strukturen zu gestalten und mit Leben zu erfüllen."

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