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Kassensturz am Gemüsebeet : Höhere Beiträge für Kleingärtner

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Prüfgruppe untersucht höhere Abgaben / Regionalverbände sauer: Rostock wird bevorzugt

svz.de von
erstellt am 25.Aug.2014 | 07:54 Uhr

Kassensturz am Gemüsebeet: Die 70 000 Mitglieder von Kleingartenvereinen in Mecklenburg-Vorpommern müssen mit höheren Beiträgen rechnen. Im Herbst müsse die Delegiertenversammlung über eine mögliche Erhöhung der je Mitglied berechneten Abgabe an den Landesverband ab 2016 entscheiden, erklärte Verbandsvorsitzender Peter Heinemann: Nach den allgemeinen Preissteigerungen der vergangenen Jahre müsse man „darüber nachdenken“. Ein Prüfgruppe untersuche derzeit entsprechende Pläne. Es gebe keinerlei Vorentscheidungen, auch nicht über die Höhe des Beitragsanstiegs. „Noch ist alles offen“, sagte Heinemann. Ein entsprechender Beschluss müsse von der für Ende November nach Greifswald einberufenen Delegiertenversammlung mehrheitlich getroffen werden. In Kreisverbänden wird indes mit einer Verdopplung der Landesverbandsabgabe gerechnet – von etwa 2 auf mehr als 4 Euro pro Mitglied. Das schloss Heinemann aus. Der Landesverband habe vier Jahre lang die Beiträge nicht erhöht – „ein Zeichen dafür, dass wir gut gewirtschaftet haben“, so der Verbandschef.

Bei den Kleingärtnern in den Regionen formiert sich indes Widerstand gegen eine Beitragserhöhung. Erste Kreisverbände haben bereits angekündigt, dagegen stimmen zu wollen. Bei ihnen steht der Landesverband wegen üppiger Ausgaben in der Kritik. So berichten Mitglieder davon, dass der Landesverband die Verwendung eines sechsstelligen Betrages bisher nicht habe klären können. Das habe inzwischen auch dazu geführt, dass die Mitfinanzierung des für 2015 in MV angesetzten Bundesverbandstages der deutschen Gartenfreunde nicht mehr gesichert sei. Die Vorwürfe wies Heinemann zurück. Alle Gelder seien „ordnungsgemäß verwendet worden“, sagte Heinemann. Das habe eine eingesetzte Prüfgruppe bestätigt. Auch die Finanzierung des Bundesverbandstages sei „gesichert“.

Mit dem Finanzstreit spitzt sich die seit Jahren anhaltende Krise innerhalb des Verbandes weiter zu: Inzwischen haben zwei Vorstandsmitglieder nur wenige Wochen vor der Neuwahl der Verbandsspitze das Handtuch geworfen und den Vorstand verlassen. Anfang August musste ein Mitglied kooptiert werden, damit der Vorstand überhaupt noch arbeitsfähig ist.

Bereits 2011 war der damalige Landeschef Detlev Rauch nur wenige Wochen vor den Verbandswahlen zurückgetreten – offenbar auf Druck von Vorstandsmitgliedern, wie er durchblicken ließ.

Kreis- und Landesverbände liefern sich seit Jahren einen Streit um die Ausrichtung des Verbandes. Die Regionen fühlen sich von der Landesspitze nicht mehr ausreichend vertreten. Vier Kreisverbände waren daher in der Vergangenheit bereits ausgetreten. So sorgt vor allem die Machtfülle von Landesgeschäftsführer Dieter Steffens für Frust. Als Mitglied des Präsidiums des Bundesverbandes, Landesgeschäftsführer und Chef des Stadtverbandes Rostock solle vor allem Rostock von der Arbeit des Landesverbandes profitieren. Verbandschef Heinemann wiegelte ab: Ihm sei die Kritik am Landesgeschäftsführer zwar bekannt. Es gebe aber „keine Übermacht Rostocks“, sagte Heinemann: „Die Regionen sind ausreichend vertreten.“


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